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Mehr Prüfer für die Hygiene-Ampel

Im Gastgewerbe scheint die Ablehnung der so genannten Hygiene-Ampel zu überwiegen. Deren Einführung hatte die Verbraucherschutzminister-Konferenz unlängst in Bremerhaven beschlossen. Doch im Chor der Kritiker singt der Partyservice-Bund Deutschland (PSB), Osterholz-Scharmbeck, nur leise mit.

Seine Mitgliedsbetriebe sind von der Thematik direkt berührt, weil auch Großküchen sowie Catering- und Partyservice-Firmen in absehbarer Zeit mit einem Kontrollbarometer konfrontiert werden. Den Anfang wird wohl der Gastronomiebereich machen.

Trotzdem sieht der PSB-Bundesgeschäftsführer Wolfgang Finken in der Hygiene-Ampel durchaus eine Chance für seine Branche. „Auf diese Weise könnte sich die Spreu vom Weizen trennen“, meint er und begründet das damit, dass im Bereich von Partyservice und Catering viele Firmen aktiv seien, die von „Freizeitkapitänen“ geführt würden.

„In solchen Betrieben werden in Garagen ab und zu am Wochenende Brötchen geschmiert“, sagt Finken. „Um derartige Unternehmen wäre es nicht schade, sofern sie einer Hygiene-Ampel zum Opfer fallen sollten.“

Firmen mit einem unzureichenden professionellen Hintergrund könnten im Übrigen nicht PSB-Mitglieder sein. Obwohl der PSB mit der Hygiene-Ampel nicht auf Kriegsfuß steht, hat er an ihr etwas auszusetzen. Sie müsse nämlich unbedingt mit einer deutlichen Erhöhung der Zahl der Lebensmittelkontrolleure einhergehen. Finken: „Es ist bedenklich und kritikwürdig, dass über die Einstufung in die Farben Grün, Gelb oder Rot letztlich Momentaufnahmen entscheiden. Ein Mitarbeiter oder Unternehmer kann einmal einen schlechten Tag gehabt haben, an dem ein Lebensmittelkontrolleur gerade zufälligerweise bei ihm zu Besuch gewesen ist.“ So habe ein Betrieb möglicherweise eine schlechte Bewertung erhalten. Doch dieses „Brandmal“ werde die Firma erst bei der folgenden Kontrolle los, müsse es unter Umständen für Monate tragen. „Wenn man sich dann noch vor Augen führt, wie überlastet die Lebensmittelkontrolleure nach eigenen Angaben sind und wie selten es zu Kontrollen kommt, dann steht zu befürchten, dass viele Unternehmen lange Zeit unter irritierten, abgeschreckten Kunden leiden werden. Und das bedeutet wahrscheinlich in zahlreichen Fällen akute Existenzgefährdungen und vernichtete Arbeitsplätze“, sagt Finken. Eine solche Entwicklung sei nicht hinnehmbar.

Thomas Klaus

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