Editorial -

„m“ wie „Metzger“

Die bayerischen Metzger haben ein neues Markenzeichen. Einstimmig hat sich die Mitgliederversammlung auf dem 71. Bayerischen Fleischerverbandstag in Passau für die neue „m“-Marke ausgesprochen, die ihren ersten Testlauf zuvor im Rahmen einer Onlinekampagne bereits bestanden hatte. Sie soll dabei helfen, so Landesinnungsmeister Konrad Ammon jun. bei seiner „politischen Rede“, „unser Berufsbild positiver und moderner in der Öffentlichkeit darzustellen.“

Eine bessere Außenwahrnehmung des Fleischerhandwerks erhofft sich auch Verbandsgeschäftsführer Lars Bubnick von der Einführung und Nutzung der „m“-Marke, die für die bayerischen Handwerksmetzger sowie „für Veränderung, Vertrauen und neue Stärke“ stehe. Mit Blick auf die „f“-Marke sei ihm wichtig, „dass wir hier keine Konkurrenzdebatten aufkommen lassen. Aber warum sollen wir unseren Stolz und unsere Stärke als bayerisches Metzgerhandwerk – mit seiner Einzigartigkeit in Deutschland – nicht mit einem eigenen Auftritt nach außen deutlich machen dürfen?“

Dennoch liegt auf der Hand, dass das neue Markenzeichen ganz zwangsläufig mit der traditionellen „f“-Marke in Konkurrenz treten wird. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Denn um die „m“-Marke aufzubauen und zu etablieren, wird großes Engagement aller Beteiligten in Bayern notwendig sein. Landesverband, Innungen und der einzelne Metzger sind gefordert, die neue Marke beim Verbraucher bekannt zu machen und ein positives Image nach außen zu tragen. Da wird wohl nicht mehr allzu viel Zeit und Energie bleiben für ebenfalls notwendige imagefördernde Maßnahmen zur Stärkung der „f“-Marke, die dadurch letztlich geschwächt wird.

Wenn alles läuft, wie geplant, wird der Verbraucher erkennen, dass es nach wie vor die „f“-Marke für alle Fleischer in Deutschland gibt – und nun auch die „m“-Marke für die einzigartigen Metzger in Bayern. Je nach subjektiver Sicht werden die meisten Metzger das begrüßen, viele Fleischer aber eher ein Problem damit haben.

© fleischerei.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen