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Lebensmittel aus der Region

Lebensmittel vom Landwirt aus der Nachbarschaft werden immer häufiger nachgefragt, so Georg Häusl, Leiter der „Agentur für Lebensmittel. Produkte aus Bayern“. In seinem Vortrag anlässlich des Forums „Mehrwert für Land und Gesellschaft - Regionale Vermarktung“ am 23. Januar 2013 in Berlin, sprach er von einem wachsenden Interesse des Lebensmitteleinzelhandels an regional erzeugten Produkten.

Lebensmittel aus der Region
Gute Chancen für die Vermarktung regionaler Produkte ergeben sich durch Kooperationen von Direktvermarktern mit Partnern aus den Bereichen Verarbeitung und Handel. -

Das bestätigen auch die jüngsten Aktivitäten von zum Beispiel Rewe und Edeka. Dr. Detlev Weiler, Geschäftsführer Edeka Südwest, fährt sehr gut damit, die eigene Handelsmarke mit Qualitätssiegeln der Bundesländer zu unterlegen. „Es gibt nichts Stärkeres für ein Zeichen als staatlich definierte Regeln“, so sein Credo. Wenn sie bekannt, umfassend, einfach, selbsterklärend und überprüfbar sind, dann sind sie die beste Grundlage, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Ergänzend gibt es daher inzwischen Smartphone-Apps, die auch über entsprechende Tablet-PCs in den Märkten verfügbar sind und dabei helfen, die Herkunft von Produkten erkennbar zu machen.

Aus Sicht der Landwirtschaft sind bei der Bereitstellung regionaler Lebensmittel in erster Linie die Direktvermarkter gefragt. Bei der Zusammenarbeit von Direktvermarktern mit dem Lebensmitteleinzelhandel sind nach Aussage von Dr. Elisabeth Seemer, Vorsitzende der Fördergemeinschaft Einkaufen auf dem Bauernhof, die Chancen bei beiden Partnern gleichermaßen gut verteilt. Was für die einen ein neuer Absatzweg ist, ist für die anderen eine neue Profilierungschance.

Wichtig ist aus ihrer Sicht die Zusammenarbeit mit dem qualitätsorientierten Handel. Hier braucht es Verständnis dafür, dass die Preise beim Einkauf nicht mit denen anderer Lieferanten verglichen werden können und dass die Verfügbarkeit der Ware begrenzt ist. Eine gute Platzierung und vor allem die Identifikation des Verkaufspersonals seien ebenso wichtig für den Verkaufserfolg.

Regionale Produkte und Direktvermarktung - das passt nach ihrer Ansicht sehr gut zusammen und trifft hervorragend die Erwartungen der Verbraucher. Konkret für die landwirtschaftlichen Unternehmer bedeutet das: Die Augen offen halten und vielleicht gemeinsam mit anderen Partnern neue Modelle entwickeln und prüfen. Auch wenn es sich nicht empfiehlt darauf zu warten: Betriebe aus dem Handels- oder Verarbeitungsbereich kommen zum Teil aus eigener Initiative auf die Landwirte zu. So berichtete beispielsweise die Geschäftsleiterin der Hofpfisterei in München, Nicole Stocker, von deren jahrelangen Bemühungen, Landwirte zu finden, die das benötigte Getreide liefern. Auch eine Initiative von Münchner Gastwirten, Lieferanten für das Weisse Bräuhaus und BayernOX zu finden, geht von der Verarbeitungs- und Vermarktungsseite aus und bringt den beteiligten Landwirten nennenswerte Mehrerlöse. Das Interesse an regional erzeugten Lebensmitteln scheint also tatsächlich zu wachsen.

Dr. Martin Heil, www.aid.de

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