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Konsumenten sind sensibilisiert

Neue Ergebnisse des CSR-Trackers (CSR = Corporate Social Responsibility) des IFH – Institut für Handelsforschung, Köln, belegen: Ein Drittel der Konsumenten hat auch nach dem Pferdefleischskandal nicht das Gefühl, die Lebensmittelqualität kontrollieren zu können - ein weiteres Drittel hat seine Einkaufsgewohnheiten beim Fleischkauf angepasst.

Schimmeliges Tierfutter, Dioxin-Eier und falsch gekennzeichnete Produkte mit Pferdefleisch - der Handel sowie die gesamte Lebensmittelwirtschaft hatten zuletzt einige große Lebensmittelskandale zu verkraften. Das Vertrauen der Verbraucher scheint aufgebraucht und das Interesse vieler Konsumenten für die Produktionsbedingungen ihrer Lebensmittel wächst stetig. Kein Wunder also, dass bereits fast die Hälfte der deutschen Konsumenten das neu eingeführte Tierschutzsiegel „Für mehr Tierschutz“ kennt - so ein Ergebnis der gerade veröffentlichten neuen Erhebungswelle des IFH-CSR-Trackers. Und dass, obwohl das Siegel erst seit Januar dieses Jahres auf dem Markt ist.

Der CSR-Tracker bestätigt außerdem, dass die deutschen Konsumenten in Bezug auf Lebensmittel generell sensibilisiert sind - besonders beim Kauf von Fleischprodukten. Außerdem zeigt sich rund jeder dritte Verbraucher aufgrund der mangelnden Transparenz resigniert. 30,5 Prozent der Befragten gaben an, die gleichen Fleischprodukte wie vorher zu kaufen, da sie nicht kontrollieren könnten, ob andere Produkte besser seien. Diese Konsumenten gelte es im Handel abzuholen, meint Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln. „Gerade der Handel, der den direkten Draht zum Kunden hat, ist hier in der Pflicht, durch mehr Transparenz in der Lieferkette wieder Vertrauen bei den Konsumenten aufzubauen. Händler, die hier offen mit den Konsumenten in den Dialog treten und ihnen die Unsicherheit nehmen können, haben jetzt die Chance, sich langfristig zu positionieren und Kunden an sich zu binden“, sagt Hedde.

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