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Kennzeichnungspflicht für Räucherwaren gefordert

Die deutschen Verbraucher werden kritischer, wenn es um Lebensmittel geht. Sie wünschen sich exakte Informationen darüber, welche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln genau enthalten sind und wie diese produziert werden. Aber die Kunden wollen nicht nur wissen, was in den Lebensmitteln steckt, sie wollen auch bewusst und informiert einkaufen. Denn saubere Lebensmittel ergänzen den Trend zu einem nachhaltigen Lebensstil. Doch dafür ist mehr Transparenz gefordert. Daher steht auch bei zahlreichen Marktforschern das Thema Transparenz weit oben auf der Liste der Food Trends 2021. Die CleanSmoke Coalition fordert bereits seit langem eine Kennzeichnung für nachhaltig produzierte Räucherwaren.

Kennzeichnungspflicht für Räucherwaren gefordert
Mit CleanSmoke sollen sich Lebensmittel sowohl mit geringer Schadstoffbelastung als auch klima- und ressourcenschonend räuchern lassen. -

Die Europäische Union (EU) fordert vom produzierenden Gewerbe schon seit Jahren, ausschließlich umweltschonende Verarbeitungstechnologien anzuwenden. Beim konventionellen Räuchern ist das jedoch nicht der Fall. Im Vergleich zu CleanSmoke schneiden nach einer Ökobilanz des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) Friktions- und Glimmräuchern deutlich schlechter ab. CleanSmoke ist ein aus Primärrauchkondensat mittels Druckluft frisch erzeugter Rauch – frei von Stoffen wie Teer und Asche und die Kontamination mit polyzyklischen Aromaten (PAK) ist weitgehend eliminiert. Damit lassen sich Lebensmittel sowohl mit geringer Schadstoffbelastung als auch klima- und ressourcenschonend räuchern. Die EU hat das CleanSmoke-Verfahren deshalb völlig zu Recht als „Beste verfügbare Technik“ (BAT) ausgezeichnet.

„Das Räuchern wird zunehmend kritisch gesehen“, sagt Uwe Vogel, Vorsitzender der CleanSmoke Coalition, einer gemeinsamen Initiative von Herstellern von Primärrauchprodukten, Lebensmittelproduzenten und Handel. „Produkte, die mit CleanSmoke geräuchert werden, müssen als solche gekennzeichnet werden. So können Hersteller und Handel mehr Umweltverantwortung zeigen und dem Wunsch der Verbraucher nach Transparenz nachkommen.“

Schweden als Vorbild

Schweden ist da schon einen großen Schritt weiter. Dort werden bereits mehr als 80 Prozent aller Räucherwaren mit CleanSmoke geräuchert. Die Skandinavier hatten zwar anfangs Vorbehalte gegenüber dem modernen Räucherverfahren. Doch die Forderung der Politik, die Umwelt zu schützen, war stärker. Handel und Verbraucher wurden mit transparenter Kommunikation über den Wechsel informiert. Neben einer wesentlich geringeren Belastung der Lebensmittel punktet CleanSmoke auch noch mit Klimaschutz, sauberer Luft sowie einer geringeren Belastung des Wassers.

Nachhaltigkeit hat natürlich ihren Preis. Doch wer Vertrauen in die Produkte und ihre Erzeuger hat, zahlt wohl gern etwas mehr. Damit werden diejenigen Erzeuger belohnt, die hochwertige Lebensmittel produzieren. Gleichzeitig ist das ein Beitrag zur Nachhaltigkeit: Denn, wer mehr Geld für Lebensmittel ausgibt, wirft davon sicher weniger weg. Mehr Transparenz ist also ein Gewinn für alle: die Umwelt, die Erzeuger und die Verbraucher.

www.clean-smoke-coalition.eu

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