Topthema -

Keine Gefahr durch DDAC

Bei Eigenkontrollen der Wirtschaft und Kontrollen der amtlichen Lebensmittelüberwachung wurden Rückstände von Didecyldimethylammoniumchlorid (DDAC) in Lebensmitteln oberhalb des derzeit geltenden Rückstandshöchstgehaltes von 0,01 mg/kg gemessen. Bei seiner ersten Stellungnahme Nr.024/2012 vom 29. Juni 2012 lagen dem Bundesinstitut für Risiko-bewertung (BfR) nur wenige Einzeldaten für die Bewertung vor. Mittlerweile wurden dem BfR zahlreiche weitere Daten zur Verfügung gestellt. Auf dieser Basis hat das BfR erneut bewertet, ob durch die ermittelten Rückstandsmengen eine Gesundheitsgefährdung für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht.

DDAC ist eine quartäre Ammoniumverbindung mit oberflächenaktiver Wirkung und gehört zur Gruppe der kationischen Tenside. Die Substanz wird in Desinfektions- und Reinigungsmitteln eingesetzt. DDAC ist sowohl ein Biozid- als auch ein Pflanzenschutzmittelwirkstoff und ist außerdem in Pflanzenstärkungsmitteln enthalten.

Aus den verfügbaren Rückstandsdaten ist ersichtlich, dass bei den meisten Lebensmitteln „Hintergrundkonzentrationen” von DDAC oberhalb des gegenwärtig geltenden Rückstandshöchstgehalts auftreten. Die Ursache ist derzeit nicht immer eindeutig bestimmbar. Auffällig hohe Rückstände wurden bei Zitrusfrüchten und großen tropischen Früchten, wie zum Beispiel Banane und Mango, gelegentlich beobachtet. Möglicherweise wurden diese Früchte nach der Ernte einer gezielten Behandlung mit DDAC unterzogen. Bei frischen Kräutern wurden ebenfalls zum Teil sehr hohe DDAC-Rückstände gemessen. Die hohen Rückstände könnten in diesem Fall auch auf die Anwendung eines Pflanzenstärkungsmittels, das mittlerweile nicht mehr in den Verkehr gebracht werden darf, zurückzuführen sein. Möglicherweise spielt auch die Desinfektion von Pflanztöpfen oder Geräten eine Rolle. Die in Milch und Speiseeis gefundenen Rückstände könnten zum Beispiel über die Desinfektion von Melkeinrichtungen, Eismaschinen oder sonstigen Apparaturen in die Lebensmittel gelangt sein.

Das BfR hat auf Basis deutscher und weiterer europäischer Verzehrdaten die Aufnahme von DDAC-Rückständen in Lebensmitteln durch Verbraucherinnen und Verbraucher abgeschätzt. Die Rückstände überschreiten weder die akute Referenzdosis (ARfD) noch die akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI).

Die ARfD gibt die Menge eines Stoffes an, die bei einer Mahlzeit oder bei mehreren Mahlzeiten über einen Tag ohne erkennbares Gesundheitsrisiko mit der Nahrung aufgenommen werden kann.

Der ADI-Wert gibt die Menge eines Stoffes an, die über die gesamte Lebenszeit täglich aufgenommen werden kann, ohne dass dadurch gesundheitliche Gefahren zu erwarten wären. Das BfR kommt daher zu dem Schluss, dass sowohl eine akute als auch eine chronische Gefährdung für Verbraucherinnen und Verbraucher unwahrscheinlich ist.

Das BfR hält es für vertretbar, die Rückstandshöchstgehalte in Lebensmitteln für DDAC zunächst in angemessenem Umfang anzuheben, wenn die Änderungen noch einmal überprüft werden, sobald ausreichende Informationen aus den nationalen Zulassungsverfahren für DDAC-haltige Biozidprodukte verfügbar sind. Weiterhin sollten klare Leitlinien zur Durchführung von Wasch- und Reinigungsprozeduren nach einer Gerätedesinfektion etabliert werden, sofern diese Geräte Kontakt zu Lebensmitteln haben.

Bundesinstitut für Risikobewertung

© fleischerei.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten