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Kein Ende der Preisrallye in Sicht

Die Entwicklung auf den Beschaffungsmärkten für Gewürze verarbeitende Unternehmen verläuft immer unkalkulierbarer, kennt jedoch nur eine Richtung: nach oben! Bereits seit über einem Jahr verzeichnet die Branche teilweise sprunghaft steigende Rohstoffpreise und im Einzelfall Versorgungsengpässe, wie derzeit bei Nelken. Inzwischen ist auch die befürchtete Rohstoffknappheit Realität geworden. Mittelfristige Abgabepreisplanung wird zum Lotteriespiel, teilt der Fachverband der Gewürzindustrie e.V., Bonn, mit.

So verzeichnet Pfeffer, das Hauptgewürz der Deutschen mit rund 30 Prozent des Gesamtimports, eine weltweit gesehen rückläufige Ernte (-4 Prozent), was einem Fehlbedarf von etwa 12.000 t entspricht. Der Pfefferpreis hat ein Rekordniveau erreicht und ist im Vergleich zu 2009 um 130 Prozent gestiegen. Der Preis für Chiliprodukte aus China nahm um circa 50 Prozent zu. Knoblauch verzeichnet einen Preisanstieg von 20 Prozent. Die politisch instabile Situation in Syrien trägt dazu bei, dass die Preise für Kumin ansteigen. Sowohl für Majoran, Petersilie, Thymian und Senfsaaten gilt: Hohes Preisniveau und knappe Verfügbarkeit bedingt durch ungünstige Witterungsverhältnisse. Die Preise für Muskatprodukte steigen unverändert, die Bestände in Europa sind gering, aus Indonesien gibt es nach wie vor Verschiffungsverzögerungen. Das ungünstige Währungsverhältnis des Dollars gegenüber der indonesischen Rupie und höhere Seefrachten führen bei Zimt zu geringer Verfügbarkeit und Preiserhöhungen. Andere Gewürze sind in der erforderlichen Qualität teilweise kaum noch erhältlich. Diese Entwicklung betrifft Bio-Gewürze in gleicher Weise wie konventionell angebaute.

Bedrohlich ist die Entwicklung bei Hilfsstoffen wie Dextrose: Das führende Marktforschungsunternehmen F.O. Licht geht von weitersteigenden Kontraktpreisen auf dem Zuckermarkt aus - und dies von einem bereits sehr hohen Niveau. Trennmittel verzeichnen einen Preisanstieg von 27 Prozent, für Algenprodukte ist mit einem Anstieg von 11 Prozent zu rechnen, für Carrageen um 38 Prozent. Dies gilt auch für Marinaden, Emulgatoren, Öle/Fette (+17 Prozent) und für Phosphate (+13 Prozent).

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