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Intensive Aufklärung gefordert

Wenn in Deutschland jährlich 20 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen - davon ungefähr ein Drittel aus Privathaushalten -, dann geht das auch die Bildungspolitik viel an. Das meint der Partyservice-Bund Deutschland (PSB), Osterholz-Scharmbeck.

Der Berufs- und Branchenfachverband spricht sich für eine intensivere Aufklärung über den Wert von Lebensmitteln in den Kindertagesstätten und Schulen der Bundesrepublik aus: „Den Kindern und Jugendlichen muss stärker die Wertschätzung für Lebensmittel verdeutlicht werden“, sagt Bundesgeschäftsführer Wolfgang Finken. Nur wenn das dauerhaft gelänge, werde der Berg der weggeworfenen Lebensmittel schrumpfen.

Ein Teil der Verschwendung liegt nach seiner Einschätzung darin begründet, dass viele der mehr als 200.000 unterschiedlichen Lebensmittel in den deutschen Regalen „regelrecht verramscht“ werden; die Lebensmittelpreise in der Bundesrepublik seien im europäischen Vergleich eher niedrig. Dadurch verlören manche Verbraucher den Sinn für den eigentlichen Wert von Lebensmitteln und kauften mehr ein, als tatsächlich erforderlich wäre. Angesichts der Hungerkatastrophen in Afrika und anderen Teilen der Welt sei die Lebensmittelverschwendung ein ethisches Problem, stellt Finken fest. Darüber hinaus würden Umwelt und Klima belastet - von den privaten Haushaltskassen ganz abgesehen.

„Wir plädieren nicht für höhere Lebensmittelpreise“, betont der PSB. Doch nach seiner Ansicht sollte bereits in Kindertagesstätten und Schulen, zusätzlich zu den Elternhäusern, der Grundstein für bewussteres Einkaufen und weniger Lebensmittelmüll gelegt werden. Dazu gehörten zum Beispiel altersgerecht vermittelte Informationen über das kreative Weiterverwerten von Lebensmittelresten, das richtige Planen von Mahlzeiten und das korrekte Lagern von Waren. Ein zentraler Punkt ist nach Auffassung des PSB das Thema der Mindesthaltbarkeitsdaten auf den Verpackungen. Möglicherweise müssten hier andere Bezeichnungen eingeführt werden, damit die Konsumenten problemloser erkennen könnten, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht automatisch dem Verbrauchsdatum entspricht. „Ich habe mich bei Fachleuten eingehend erkundigt“, berichtet Finken. Demnach sollten Lebensmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum nicht ungeprüft in den Müll gegeben werden. Wenn Farbe, Konsistenz und Geruch in Ordnung seien, könne das Produkt auf den Tisch. Ausnahmen seien leicht verderbliche Waren wie etwa Hackfleisch.

Thomas Klaus

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