Technik -

In Lasertechnologie investiert

Der Folienspezialist Scheyer Verpackungstechnik hat am Firmensitz in Klaus (Österreich, Vorarlberg) nach eigenen Angaben die modernste Laserperforationsanlage Europas installiert. Bisher wurde diese Technologie in Europa nur von ein paar wenigen großen Verpackungsspezialisten angeboten. „Mit der Investition in diese Anlage können wir nun auch der mittelständischen Industrie die Vorteile dieser Technologie bieten“, sagt Scheyer-Geschäftsführer Jürgen Wiesenegger.

Beim Lasern von Folien kommen zwei Arten zur Anwendung: Durch das Perforieren oder „Lochen“ einer Mono- oder Verbundfolie können gezielt Mikrolöcher eingebracht werden und in weiterer Folge wird ein definierter Gas- oder Feuchtigkeitsaustausch erzielt. Die mittels Laser mikroperforierten Folien passen sich zur Schaffung der idealen Atmosphäre im Behältnis der Atmungsaktivität des Produkts an und kontrollieren den Sauerstoffgehalt.

Mittlerweile ist bei Verpackungen auch der Austausch einzelner Gase gezielt kontrollierbar, beispielsweise um den Reifeprozess von Käse zu beschleunigen. Darüber hinaus hilft eine Laserperforation auch den Dampfdruck auszugleichen, der beim Erhitzen der verpackten Produkte in der Mikrowelle entsteht.

Für MAP-Anwendungen werden CO2-Laser mit hohen Pulsintensitäten eingesetzt. Die Laserleistung ist derart hoch, dass sämtliche Schichten thermisch abgetragen werden und der Laser somit ein entsprechendes Mikroloch perforiert. Hauptanwendungsbereiche sind Obst, Gemüse, Backwaren, Convenienceprodukte für Mikrowelle, Käse sowie sämtliche Tiefkühlprodukte.

Die zweite Art der Laseranwendung besteht im Laserritzen. Durch das gezielte „Schwächen“ einer Verbundfolie kann ein definiertes Weiterreißverhalten, das so genannte Easy Opening, erzeugt werden. Dabei werden grundsätzlich zwei Formen unterschieden: Beim Längsritzen handelt es sich um ein geradliniges Abtragen einer oder mehrer Folienschichten in Laufrichtung der Folienbahn. Die Ritzung kann entweder als Einfach- oder Doppelspur hergestellt werden. „Das Längsritzen ist aufgrund der hohen Produktionsgeschwindigkeit ein kostengünstiges Verfahren. Das Hauptanwendungsgebiet für längsgeritzte Folien sind die klassischen Aufreißhilfen für Siegelrand- und Standbodenbeutel“, sagt Wiesenegger. Easy Opening kann aber auch durch Konturritzen erzeugt werden. Anders als beim Längsritzen werden hier eine oder mehrere Folienschichten konturförmig abgetragen, wobei jede Form herstellbar ist. Die Kosten für das Konturritzen sind sehr stark von der Folienqualität sowie von Anzahl, Größe und Form der gelaserten Konturen abhängig.

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