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Flüssiggas beheizte Geräte fachgerecht ausrüsten und verwenden

Flüssiggas ist schnell verfügbar und mobil einsetzbar. Deshalb kommt es häufig beim Catering, auf Märkten oder in Imbisswägen zum Einsatz. Doch Flüssiggas ist aber auch leicht entzündlich, was zwingend ­eine fachgerechte Verwendung erfordert. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), Mannheim, rät deshalb: nur Gasgeräte kaufen und benutzen, die für den gewerblichen Einsatz in Deutschland geeignet sind! Denn nur diese gewährleisten einen dauerhaft sicheren Betrieb.

Dabei gilt es, auch immer die Angaben des Geräteherstellers zur bestimmungsgemäßen Verwendung zu ­beachten, beispielsweise zur notwendigen Be- und Entlüftung der Räume oder im Fahrzeug.

Egal ob Neuanschaffung oder schon viele Jahre in ­Betrieb: Die Flüssiggasanlage muss folgende Ausrüstungsteile haben:

Eine Flammenüberwachung (zum Beispiel Zünd­sicherung) am Gasgerät verhindert eine gefährliche Ansammlung unverbrannten Gases. Denn sie sperrt automatisch die Gaszufuhr zum Brenner, wenn die Gasflamme erlischt.

Eine Schlauchleitung, die den betrieblichen Beanspruchungen standhält und deren Anschlüsse (zum Beispiel Überwurfmutter) bereits werkseitig fest in den Schlauch eingebunden sind.

Die Schlauchleitung darf maximal 40 cm lang sein. Muss sie betriebsbedingt länger sein, ist eine Schlauchbruchsicherung er­forderlich. Sie verhindert, dass bei Beschädigungen oder beim Lösen der Schlauchleitung Gas austritt, und schließt den Gasdurchgang ab.

Eine zweistufige Sicherheitsdruckregeleinrichtung schützt das angeschlossene Gasgerät vor einem unkontrollierten oder zu hohen Druck.

Steht die gesamte Flüssiggasanlage oder zumindest das Gasgerät in einem Raum oder im Gebäude, wird zusätzlich eine thermische Absperreinrichtung in der Gasleitungsanlage benötigt. Diese kann in der Druckregeleinrichtung, in der Leitungsanlage oder in einem Absperrventil integriert sein.

Unfallschwerpunkt Flaschenwechsel: Beim Wechsel der Flüssiggasflasche ­beziehungsweise vor Inbetriebnahme der Gasanlage gehen Sie wie folgt vor:

Flüssiggasflaschen mit 5 kg und 11 kg Füllgewicht haben im Entnahmestutzen des Absperrventils einen schwarzen Gummidicht­ring. Kontrollieren Sie diesen Dichtring vor jedem Anschluss an die Druckregel­einrichtung. Der Dicht­ring kann durch häufige Montagen beschädigt oder verloren gegangen sein. Nur mit einem technisch einwandfreien Dichtring ist eine dichte Verbindung möglich.

Die Abdichtung gegen den Dichtring erfolgt, indem bei Druckregelgeräten mit Flügelmutter diese mit Handkraft an das Absperrventil angeschraubt wird (Drehrichtung nach links!). Achtung: Zur Herstellung einer dichten Verbindung dürfen Sie keine Zange benutzen, weil das dadurch aufgebrachte Drehmoment zur Beschädigung des Dicht­rings und damit zu Undichtigkeiten führen kann.

Tipp: Besorgen Sie sich im Fachhandel eine Montagehilfe, die genau auf die Flügelmutterkontur passt und mit der sich das op­timale Drehmoment beim Festschrauben erreichen lässt.

Für Flüssiggasflaschen mit 5 kg, 11 kg und 33 kg Füllgewicht gibt es auch Druckregelgeräte mit eingangsseitigem Kombina­tionsanschluss. Sie haben einen Dichtring (weiß) am Druckregelgerät, der unbeschädigt sein muss. Druckregelgeräte mit Kombina­tionsanschluss werden mittels Werkzeug fest an das Absperrventil der Flasche montiert (Drehrichtung nach links!).

Nachdem die Anschlussverbindung steht, muss sie immer unter Betriebsdruck auf Dichtheit kontrolliert werden. Das erfolgt vorsichtig bei geöffnetem Flüs­siggasflaschen-Absperrventil und geschlossener Geräteabsperrarmatur mit einem schaumbildenden Mittel (zum Beispiel Lecksuchspray). Lassen Sie sich bei Bedarf immer von einem Fachmann beraten. Das kann ein Verkäufer von Profi-Gasgeräten, ein qualifizierter Prüfer für gewerbliche Flüssiggasanlagen oder die für Ihren Betrieb zuständige Aufsichtsperson der BGN sein.

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