Verarbeiten und Veredeln -

Energiesparende Räuchertechnologie

Der Klimawandel ist unter anderem auch Folge des Ernährungsverhaltens. Denn bevor Lebensmittel überhaupt auf dem Tisch der Verbraucher landen, wurden durch Anbau, Ernte, Transport, Lagerung und Weiterverarbeitung große Mengen Energie verbraucht und damit direkte und indirekte CO2-Emissionen freigesetzt.

Die Lebensmittelindustrie steht daher vor gewaltigen Herausforderungen bei der Energieeffizienz. Doch Maßnahmen zur Energieeinsparung kommen den Erwartungen der Kunden entgegen, denn aus dem BMEL-Ernährungsreport 2019 („Deutschland, wie es isst“) geht hervor, dass 82 Prozent der Verbraucher Wert auf Angaben legen, „ob die Lebensmittel umweltverträglich … hergestellt wurden.“

Mit dem Räucherverfahren CleanSmoke lassen sich im Vergleich zum konventionellen Räuchern nicht nur sichere und gesundheitlich unbedenkliche Produkte herstellen, sondern zugleich wird auch die Umwelt entlastet. Unter anderem kann der Energieverbrauch um etwa die Hälfte gesenkt werden. Die CleanSmoke Coalition (CSC), eine gemeinsame Initiative von Herstellern von Primärrauchprodukten, Lebensmittelproduzenten und Handel, hat sich das Ziel gesetzt, Verbraucher und interessierte Öffentlichkeit über die Potenziale der CleanSmoke-Technologie aufzuklären. Beim Räuchern mit CleanSmoke wird aus dem Primärrauchkondensat mittels Druckluft ein stabiler Rauch für die Räucherkammer frisch erzeugt.

600 Millionen Kilowattstunden sparen

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) lassen sich mit der CleanSmoke-Technologie, bezogen auf den deutschen Markt an Räucherwaren, rund 50 Prozent Energie und beim aktuellen Energiemix etwa 30 Prozent Treibhausgasemissionen einsparen. Derzeit kommt CleanSmoke erst bei ungefähr einem Zehntel der geräucherten Lebensmittel zur Anwendung, was eine Reduktion des Energieverbrauchs um 7,2 Prozent und der Klimagase um acht Prozent erlaubt. Insgesamt beträgt das Einsparpotenzial allein in Deutschland etwa 600 Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie. Eine unvorstellbare Menge. Damit ließe sich zum Beispiel für neun Millionen Menschen Essen in Mikrowellengeräten kochen.

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind beispielsweise für eine Tonne mit CleanSmoke geräuchertem Fleisch ungefähr 700 kWh Energie nötig, davon über 90 Prozent in Räuchereien. Der ökologische „Fußabdruck“ beträgt somit 120 kg CO2-Äquivalente pro Tonne geräucherter Lebensmittel. Im Vergleich dazu werden bei konventionellen Räucherverfahren pro Tonne Fleisch etwa 1.050 kWh Energie verbraucht, davon mehr als 90 Prozent in Räuchereien. Das entspricht etwa 166 kg CO2-Äquivalenten.

72.000 Tonnen CO2-Äquivalente weniger

Würden alle Räucherwaren in Deutschland mit CleanSmoke geräuchert, betrüge der Energieverbrauch etwa eine Milliarde kWh, davon 97,6 Prozent für den Räucherprozess und 2,4 Prozent für die Rohstoffproduktion. Die dabei entstehenden klimarelevanten Emissionen beliefen sich auf rund 228.000 Tonnen CO2-Äquivalente, davon 2,5 Prozent für die Rohstoffproduktion. Weitaus höher wären Energieeinsatz und ökologischer „Fußabdruck“ beim konventionellen Räuchern: Hierfür würden 1,6 Milliarden kWh Strom fällig, davon 18,2 Prozent für die Bereitstellung der Rohstoffe. Das bedeutet einen Ausstoß von 300.000 Tonnen CO2-Äquivalenten, davon fast 90 Prozent für das Räuchern.

Und welchen Vorteil hätte das für das Klima? Die rund 72.000 Tonnen CO2-Äquivalente, die jedes Jahr eingespart werden könnten, entsprechen der Menge, die bei der Produktion von etwa 14.000 PKW emittiert wird – oder wenn 100 Menschen 72 Mal die Erde mit dem Flugzeug umrunden.

www.clean-smoke-coalition.eu

www.cleansmoke.eu

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