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Eklatante Mängel entdeckt

In den letzten zehn Jahren hat die Pest Control Consult, Laudenbach, mehr als 250 Lebens- und Futtermittelbetriebe, aber auch Lebensmittelhandelsbetriebe beim Thema Schädlinge, Prophylaxe und Bekämpfung auditiert. Die Ergebnisse sind düster, denn nur vier Prozent der Fälle waren ohne Makel, womit in 96 Prozent aller inspizierten Betriebe teils sogar eklatante Mängel, Fehler und Versäumnisse vorlagen. Die Zahlen machen aber deutlich, dass man mit professionell arbeitenden Schädlingsbekämpfern durchaus zu guten Ergebnissen kommt.

Schwierigkeiten scheint die Prophylaxe zu bereiten, denn prophylaktische Maßnahmen waren oft lückenhaft, falsch installiert, falsch gewartet oder sie fehlten gänzlich. Problematisch insofern, dass erstens Vorgaben des Gesetzgebers nicht erfüllt waren und zweitens Kosten eigentlich ohne reellen Gegenwert angefallen sind. Teils wurde auch vorliegender Schädlingsbefall als solcher nicht erkannt. Verwunderlich ebenso, dass selbst im 21. Jahrhundert immer noch völlig veraltete Maßnahmen in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, wie Vernebelungen in großem Stil, oder aber der Einsatz von insektiziden Lacken und insektiziden Strips. Sogar in Biobetrieben kamen mitunter Wirkstoffe zum Einsatz, die da nicht zulässig sind. Und das alles, obwohl neue, moderne Mittel und Verfahren am Markt sind.

In der Lebensmittelbranche ist offensichtlich noch nicht erkannt worden, dass die Thematik Schädlinge, Prophylaxe und Bekämpfung hochsensibel und brisant ist, man hier auch selbst in der Verantwortung steht und nicht alles auf den Schädlingsbekämpfer abwälzen kann. Höhepunkt war hier, dass ein mittelständischer Lebensmittelbetrieb trotz alter nationaler und neuer europäischer Lebensmittelhygieneverordnung abgesehen von sporadischen Vernebelungen bis vor Kurzem keinerlei Aktivitäten zur Thematik unternommen hatte. Interessant in diesem Zusammenhang, dass dennoch diverse Urkunden zu Zertifizierungen und Audits im Empfang hingen. Weitere Highlights waren ein Vogelnest mit Gelege im Rohwarenlager, eine Erdkröte in der Produktion, ein Mäusenest in einem Käselaib sowie Rattenschwanzlarven in einem total verdreckten, übel sinkenden Abfluss in Produktionsräumlichkeiten. Ferner waren schlechte Reinigung, Unordnung sowie bauliche Mängel, was Schädlinge massiv begünstigt, oft die Regel. Hauptproblem scheint hier zu sein, dass fast alle Verantwortlichen in den Lebens- und Futtermittelbetrieben zu wenig von der Thematik wissen und verstehen und damit die eigenen, aber auch die Fehler, Mängel und Versäumnisse vom Dienstleister nicht erkennen.

Die Lösung sind regelmäßige Audits durch neutrale Sachverständige, die im ersten Schritt Fehler, Mängel und Versäumnisse aufzeigen, gleichzeitig aber im zweiten Schritt auch die korrekten Maßnahmen für die zukünftige Vorgehensweisen vorgeben und drittens die korrekte Umsetzung kontrollieren. Die Neutralität des Gutachters ist wichtig, denn der Sachverständige muss unabhängig sein, was Lebensmittelbetriebe hinterfragen sollten. Neutrale sowie unabhängige Gutachter sind auch in der Lage, Referenzen vorzulegen, die man als Lebensmittelbetrieb ebenso fordern sollte.

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