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DLG-geprüftes Allergen-Management

„DLG-geprüftes Allergen-Management“ – so heißt der neue Zertifizierungsstandard zur Vermeidung unbeabsichtigter Allergeneinträge* in Lebensmittel. Auf dieser Basis haben DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) und DAAB e.V. (Deutscher Allergie und Asthmabund) gemeinsam praxisnah ein Produktlabel entwickelt, das eine fehlende gesetzliche Regelung schließt und damit allen Marktbeteiligten mehr Sicherheit bietet.

Unbeabsichtigte Allergeneinträge in Lebensmittel können aufgrund von Produktionsbedingungen oder vorbelasteter Rohware nicht immer vollständig ausgeschlossen werden. Sie stellen Hersteller, Handel und Allergiker derzeit vor große Herausforderungen. Denn in relevanten Mengen können sie bei betroffenen Verbrauchern zu unerwünschten allergischen Reaktionen führen.

Aktuell existiert keine klare und einheitliche Risikodefinition und –bewertung für unbeabsichtigte Allergeneinträge in Lebensmittel. „Unser neues Label bringt allen Marktbeteiligten die Sicherheit, nach der sie seit langem suchen “, so Projektleiter Mathias Deibel von der DLG, die als Zertifizierungsstelle die Audits der Produktionsstandorte durchführen wird. „Hersteller dokumentieren mit dem neuen Label ihre gute fachliche Praxis im Allergen-Management und Lebensmittelallergiker erhalten verlässliche Informationen für ihre Kaufentscheidung,“ ergänzt Andrea Wallrafen, Geschäftsführerin DAAB e.V.. „Dass wir zum Start der Pilotphase namhafte Unternehmen, wie beispielsweise das Familienunternehmen HiPP, gewinnen konnten, unterstreicht das große Potenzial dieses Labels. Der Bio-Babynahrungsspezialist beteiligt sich mit Produkten aus dem Segment Säuglingsmilchnahrung, Milch- und Getreidebrei sowie Müsli“, so DLG und DAAB e.V., die die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit betonen. „Bei HiPP haben die Qualität der Produkte und die Sorgfalt bei deren Herstellung höchste Priorität. Deshalb gibt es bei HiPP seit Jahren ein umfassendes Allergen-Management. Durch eine klare, verständliche und zukünftig von der DLG zertifizierte Kennzeichnung möchten wir unsere Verbraucher informieren und insbesondere die Kinder schützen, die an einer Nahrungsmittelallergie leiden. Damit unterstreichen wir unseren Anspruch, Eltern ein verlässlicher und vertrauensvoller Partner zu sein“, fasst Gesellschafter Stefan Hipp das Engagement zusammen.

Das neue Produktlabel dürfen nur Lebensmittelhersteller führen, die über ein zertifiziertes Allergen-Management verfügen. Grundlage ihrer Allergen-Kennzeichnung ist eine quantitative Risikobewertung unbeabsichtigter Allergeneinträge. Diese können damit in der Produktion gezielt verhindert und tatsächlich bestehende gesundheitliche Risiken anhand einheitlicher, aktueller und wissenschaftlich fundierter Bewertungskriterien klar kommuniziert werden.

Prüfkriterien

Auf Grundlage neuester wissenschaftlicher und medizinischer Kriterien hat die DLG gemeinsam mit dem DAAB e.V. ein Zertifizierungsprogramm für die gute fachliche Praxis im Allergen-Management erarbeitet. Neben der Prozess-Zertifizierung des Lebensmittelherstellers liegt der Fokus auf der Risikobewertung und -kommunikation unbeabsichtigter Allergeneinträge. Die Zertifizierung ergänzt bestehende Standards (z.B. IFS, BRC). Die Prüfkriterien beinhalten unter anderem: eine umfassende innerbetriebliche Risikobewertung in Bezug auf unbeabsichtigte Allergeneinträge; hohe Anforderungen, die deutlich über dem gesetzlichen Standard liegen und regelmäßige Allergen-Management-Audits in den Produktionsstätten.

Werden alle Anforderungen erfüllt, dürfen Lebensmittel das Label DLG-geprüftes Allergen-Management führen.

Vorteile für Hersteller und Handel

Zertifizierte Hersteller erhalten ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sie am POS punkten können. Denn eine verlässliche Allergenkennzeichnung auf Lebensmitteln bedeutet für Betroffene eine deutlich höhere Lebensqualität, da sie u.a. weniger Einschränkungen bei der Lebensmittelauswahl beachten müssen. Weil die Zahl der Lebensmittelallergiker stetig steigt, vergrößert sich auch kontinuierlich das Kundenpotential. Zu diesem zählen nicht nur direkt Betroffene, sondern auch deren Angehörige und Freunde, die sich bei ihren Einkäufen auf den Lebensmittelallergiker einstellen.

www.DLGTS.com/Allergenmanagement

www.dlg.org

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