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Digitale Lösungen für mehr Lebensmittelsicherheit

Lebensmittel- und Getränkeunternehmen haben ein Gespür für die Bedeutung neuer digitaler Technologien im Kontext der Lebensmittelsicherheit, häufig allerdings nicht das nötige Verständnis dafür, auf welche Weise Lösungen wie Blockchain für diesen Zweck einzusetzen sind - das ergab eine weltweite Umfrage unter mehr als 1.600 Branchenexperten, die von DNV GL und GFSI durchgeführt wurde.

Digitale Lösungen für mehr Lebensmittelsicherheit
Betriebliche Risiken, wie beispielsweise Kontamination, werden als die größte Bedrohung von Lebensmittelsicherheit angesehen. -

Die Studie zeigte, dass nur eines von zehn Unternehmen derzeit neue Technologien zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit einsetzt. Längerfristig deutet sich jedoch eine positive Entwicklung an. Fast vier von zehn Unternehmen planen einen Einsatz in der Zukunft.

Von der neuen Welle der digitalen Technologien sind Sensoren und Beacons (44 % heute, 56 % in drei Jahren) die am weitesten verbreiteten Lösungen, gefolgt von Blockchain (15 % heute, 40 % in drei Jahren). Mangelnde Klarheit wirkt sich allerdings auf die Investitionsentscheidungen aus. Mehr als ein Viertel der Unternehmen wisse demzufolge noch nicht, wie viel sie in den nächsten 12 bis 18 Monaten in digitale Lösungen investieren werden. 14 % planen sogar, in diesem Bereich überhaupt nichts ausgeben zu wollen. Vor allem asiatische Unternehmen erkennen den Wert der Blockchain-Technologie. 57 % erwarten, dass die Technologie in drei Jahren eingesetzt wird - ein deutlich höherer Wert als in den meisten anderen Regionen.

„Digitale Technologien wie die Blockchain werden viele Branchen verändern, insbesondere den Handelssektor. Die Umfrage zeigt aber auch, dass bei vielen Lebensmittel- und Getränkeunternehmen diese Technologie-Schlagwörter noch nicht durch echte Anwendungen abgelöst wurden“, sagte Luca Crisciotti, CEO von DNV GL - Business Assurance. „Bei DNV GL haben wir eine Blockchain eingeführt, um die Transparenz im Zertifizierungsprozess zu erhöhen und den Unternehmen zu helfen, die Vertrauenslücke zwischen ihren Bemühungen und den Anliegen der Verbraucher zu schließen. Es ist aber klar, dass wir als Branche zusammenarbeiten müssen, um das Potenzial der neuen digitalen Technologien zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit voll auszuschöpfen.“

An anderer Stelle in der Umfrage zeigte sich zudem, dass der Schutz der Gesundheit der Verbraucher (88 %) der wichtigste Faktor für die Lebensmittelsicherheit ist, gefolgt von Gesetzen und Vorschriften (69 %) und Bedürfnissen bzw. Anforderungen der Verbraucher (60 %). Wirtschaftliche Vorteile (30 %) haben einen niedrigeren Stellenwert, was auf die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit als eine Grundvoraussetzung hinweist.

Betriebliche Risiken (76 %) wie beispielsweise Kontamination, werden als die größte Bedrohung angesehen, während ein Mangel an Lebensmittelsicherheitskultur (30 %) und die Einhaltung von Rechtsvorschriften (28 %) die nächstgrößeren Risiken darstellen. Die Angst vor betrieblichen Risiken ist in Europa (82 %) im Vergleich zu anderen Regionen besonders ausgeprägt.

Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen sieht in der Zertifizierung eine Notwendigkeit für ihre Geschäftstätigkeit (79%), während mehr als die Hälfte (53 %) sie als Instrument zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit sieht.

www.dnvgl.de

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