Editorial -

Die Zukunft im Blick

Die zukünftigen Herausforderungen für das Fleischerhandwerk und die damit verbundenen strukturellen Veränderungen in der Branche standen im Mittelpunkt des 128. Deutschen Fleischer-Verbandstags, zu dem die Hamburger Fleischerinnung in die Hansestadt eingeladen hatte. Dass bei der Suche nach Antworten der Blick nach vorn gehen muss, ohne dabei die traditionellen Werte aus den Augen zu verlieren, machte das Motto deutlich, unter dem die Veranstaltung in diesem Jahr stand: „Die Zukunft im Blick – Verwurzelt im Handwerk“.

In seiner Eröffnungsrede auf der traditionellen Matinee ging DFV-Präsident Herbert Dohrmann auf die derzeit drängenden Probleme der Branche ein, von der Digitalisierung über mögliche Folgen von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge sowie den Fachkräftemangel bis hin zur Ferkelkastration und dem Dauerthema Bürokratieabbau. Dabei sparte er nicht mit Kritik an den in vielen zentralen Fragen nicht mehr nachvollziehbaren Unzulänglichkeiten der Politik.

Als erfreuliche Ausnahme hob er allerdings die gute Kooperation des DFV mit den zuständigen Ansprechpartnern im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hervor. Ministerin Julia Klöckner habe „ihre Aufgabe offensichtlich gut im Griff. Am Nachdruck, mit dem sie Themen angeht, fehlt es in jedem Fall nicht“, stellte Dohrmann fest.

Ziemlich enttäuschend für die rund 350 erwartungsvollen Matinee-Gäste fiel dann allerdings die Stellungnahme von Festredner Hans-Joachim Fuchtel zu den angesprochenen Sachfragen aus. Der BMEL-Staatssekretär blieb mit seinen Ausführungen in allen Punkten leider nur an der Oberfläche. Immerhin sprach er sich mit Bezug auf das viel und kontrovers diskutierte Thema Ferkelkastration für den vierten Weg, also die lokale Betäubung durch den noch entsprechend zu schulenden Landwirt aus. Hier seien aber noch einige Hindernisse zu überwinden, bevor ein Beschluss zur Schaffung der notwendigen gesetzlichen Grundlage gefasst werden könne.

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