Ernährungsberatung -

DGE: Positionspapier zur nachhaltigeren Ernährung

Die DGE fordert und fördert eine nachhaltigere Ernährung in all ihren Dimensionen und Facetten. Dies ist die Kernaussage des neuen Positionspapiers zur nachhaltigeren Ernährung, welches die DGE anlässlich des digitalen Nationalen Dialogs „Wege zu nachhaltigen Ernährungssystemen” veröffentlicht.

Der Beitrag der Ernährung an den weltweiten Treibhausgasemissionen liegt bei 25-30 %. Angesichts dieser Zahlen ist es dringend geboten, die Ernährungsweise so zu gestalten, dass wir nicht unnötig Ressourcen verbrauchen. Es reicht nicht aus, Ernährungsempfehlungen nur an gesundheitsfördernden Aspekten auszurichten. „Daher berücksichtigt die DGE neben der Gesundheit, die entsprechend ihren satzungsgemäßen Aufgaben im Vordergrund steht, zukünftig in ihren Empfehlungen und Aktivitäten die Dimensionen Umwelt, Soziales und Tierwohl stärker“, stellt Prof. Britta Renner, Vizepräsidentin der DGE und Erstautorin des Positionspapiers, fest.

In ihrem Papier orientiert sich die Fachgesellschaft an den Ausführungen im Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (WBAE). Die Darstellungen zur nachhaltigeren Ernährung des Gutachtens richten sich am aktuellen Wissens- und Erkenntnisstand aus. Sie markieren einen Weg hin zu einer nachhaltigeren Ernährung, nicht aber eine absolute Zielerreichung. Demgemäß spricht auch die DGE in ihrem Positionspapier von „nachhaltigerer Ernährung“. Mit dem Positionspapier schafft die DGE eine Basis für ein gemeinsames Verständnis von nachhaltigerer Ernährung. Wissenschaftler verschiedener Bereiche der Ernährungswissenschaft können sich darauf aufbauend differenzierter und vergleichbarer mit einer nachhaltigeren Ernährung auseinandersetzen und sie weiterentwickeln.

Eine faire Ernährungsumgebung als Voraussetzung

Damit Verbraucher eine nachhaltigere Ernährung realisieren können, ist die Gestaltung fairer Ernährungsumgebungen – von der Exposition bis zum Konsum und Entsorgung – zentral. „Wir alle beeinflussen durch das, was wir essen und trinken nicht nur unser eigenes Wohlergehen. Unser Verhalten wirkt sich auch auf die Umwelt aus“, erklärt Renner weiter. Allen Menschen soll, ungeachtet ihrer ökonomischen und sozialen Situation, gleichermaßen der Zugang zu gesünderen und nachhaltigeren Angeboten und mehr Teilhabe ermöglicht werden.

Gemäß dem Auftrag der DGE und ihrer Expertise, stand und steht die Dimension Gesundheit bei ihren Aktivitäten im Vordergrund. Eine vollwertige Ernährung nach den Empfehlungen der DGE ist abwechslungsreich und betont den Verzehr von Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs. Sie stellt den ausreichenden Bedarf an essenziellen Nährstoffen sicher und verhindert sowohl eine Unterversorgung (Mangelernährung) als auch eine Überversorgung. Damit trägt sie zur Prävention ernährungsmitbedingter Krankheiten bei.

Darüber hinaus benennt die DGE in ihrem Positionspapier Bereiche, in denen weitere Dimensionen einer nachhaltigeren Ernährung berücksichtigt werden, dazu gehören die DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung sowie die lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen (food-based dietary guidelines, FBDG).

In den DGE-Qualitätsstandards formuliert die DGE verlässliche Kriterien für eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen. Um den Menschen den Zugang zu gesünderen und nachhaltigeren Angeboten zu ermöglichen, sind sie in der Gemeinschaftsverpflegung verpflichtend umzusetzen. Durch das Einhalten der DGE-Qualitätsstandards verringert sich in der Regel nachweislich der Anteil tierischer Produkte von Speisen. Vor allem im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung setzt sich die DGE seit Jahren für eine nachhaltigere Ernährung ein.

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