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DFV-Umfrage zur Corona-Krise im Fleischerhandwerk

Vom 14. bis 22. Februar 2021 hat der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) zum zweiten Mal Innungsmitglieder zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Betriebe befragt. 271 Innungsmitglieder haben sich an der Umfrage beteiligt. Gegenüber der ersten „Corona-Befragung“ im Mai 2020 hat die Auswertung gezeigt, dass inzwischen zwar mehr Betriebe unmittelbar von der Krise betroffen waren, etwa durch Quarantäne von Beschäftigten oder sogar Betriebsschließungen, dass sich aber im Durchschnitt die Geschäfte weiter gut entwickelt haben. Allerdings sei die Bandbreite „enorm“, so der DFV.

DFV-Umfrage zur Corona-Krise im Fleischerhandwerk
Gut 40 % der fleischerhandwerklichen Betriebe erwarten, dass die Geschäfte im diesem Jahr in etwa so laufen werden in 2020. -

Frage 1: Wurde Ihr Betrieb durch COVID-19 – Erkrankungen direkt beeinträchtigt?

Im Gegensatz zur 1. Befragung zu den Folgen von Corona im Mai 2020 zeigt sich erwartungsgemäß, dass knapp ein Jahr später deutlich mehr Betriebe durch Quarantäne von Mitarbeitern oder sogar Betriebsschließungen in Folge von COVID-19-Erkrankungen betroffen waren. Nur rund 55 % der Betriebe waren nicht betroffen. Jeder dritte Betrieb musste Einschränkungen aufgrund von Quarantänemaßnahmen verkraften und rund 8 % der befragten Betriebe waren von Betriebsschließungen infolge einer Erkrankung betroffen.

Frage 2: Wie hat sich der Umsatz in den Geschäftsfeldern Ihres Unternehmens in Folge der Corona-Krise verändert?

Insgesamt haben sich die Umsätze seit der 1. Befragung leicht verbessert. Grundsätzlich sind besonders die Geschäftsfelder Partyservice/Catering und Lieferungen an Großverbraucher von deutlichen Umsatzrückgängen betroffen. Die Rückgänge im Geschäftsfeld Partyservice/Catering betrugen im Mai 2020 65 % und im Geschäftsfeld Lieferung an Großverbraucher 25 %. Allerdings geben einige Betriebe an, dass es im Verlaufe des Jahres zu spürbaren Besserungen gekommen ist. Vielfach wurden kreative Wege gefunden, um die negative Entwicklung aufzuhalten oder sogar umzukehren.

Besonders das Thekengeschäft hat sich bei den meisten der befragten Unternehmen sehr erfreulich entwickelt. Hierbei ist sogar noch eine Verbesserung zu den Angaben aus dem 1. Lockdown zu verzeichnen. Über alle befragten Betriebe hat sich der Thekenumsatz 2020 um rund 22 % verbessert.

Die Umsätze im Online-Handel sind bei den befragten Unternehmen mit 2 % deutlich weniger gewachsen, als dies viele aktuelle Pressemeldungen vermuten lassen würden.

Frage 3: Wie haben sich Wareneinsatz, Personalkostenanteil und Erträge in den Jahren 2019 (vor der Krise) und 2020 (in der Krise) entwickelt?

Insgesamt haben sich die Werte des Wareneinsatzes und des Personalkostenanteils zwischen 2019 und 2020 nur wenig verändert. Beide Werte sind leicht zurückgegangen.

Trotz Krise geben die befragten Unternehmen an, dass der Ertrag leicht gestiegen ist. Bei der Betrachtung der Einzelwerte zeigen sich jedoch erheblich unterschiedliche Entwicklungen in den Betrieben, die sowohl auf deutliche Ertragsrückgänge als auch deutliche Steigerungen in einzelnen Unternehmen hinweisen.

Frage 4: Haben Sie Unterstützungsmaßnahmen beantragt?

Rund 63 % der Fleischer sind zum Befragungszeitpunkt ohne materielle Unterstützung durch die Corona-Krise gekommen. Allerdings mussten rund 22 % Kurzarbeitergeld beantragen.

Im Vergleich zur Befragung im 1. Lockdown zeigt sich, dass die Anzahl der Betriebe, die Hilfen beantragt haben, nur leicht gestiegen ist.

Frage 5: Welche geschäftlichen Entwicklungen erwarten Sie für Ihren Betrieb 2021?

Knapp über 40 % der befragten Unternehmen des Fleischerhandwerks gehen davon aus, dass sich 2021 die Geschäfte in etwa so zeigen wie in 2020. Knapp ein Viertel vermutet eine leichte Verschlechterung der Geschäfte und knapp 20 % eine leichte Verbesserung. Rund 5 % gehen davon aus, dass die Geschäfte viel besser laufen werden und 8 % befürchten deutlich schlechtere Geschäfte.

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