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Deutscher Fleischer-Verbandstag 2019 in München

Am 13. und 14. Oktober 2019 traf sich das deutsche Fleischerhandwerk auf seinem 129. Verbandstag in der bayerischen Landeshauptstadt – perfekt organisiert von der Fleischer-Innung München mit ihrem Obermeister Andy Gaßner. Zur Diskussion und Entscheidung stand in diesem Jahr insbesondere auch die zukünftige Ausrichtung des DFV, deren Tätigkeits- und Arbeitsschwerpunkte maßgeblich abhängen von den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln aus den Beiträgen der Mitgliedsbetriebe.

Nach einer „typisch bayerischen“ Begrüßung durch Obermeister Gaßner, der mit seinen kritischen Anmerkungen in Richtung Politik viel Zustimmung fand und durch die humoristische Art seines Vortrags auch viele Lacher auf seiner Seite hatte, erläuterte Ernährungswissenschaftler Uwe Knop seine ganz eigene Sicht der Dinge zum Fleischkonsum.

In seinem Vortrag machte der Ernährungsexperte deutlich, dass viele Studien auf Korrelationen zwischen Fleischverzehr und Krankheiten beruhen, die keinen wissenschaftlichen Aussagewert haben, weil die Kausalität von Ursache und Wirkung fehlt. Sein Fazit lautete daher: Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für „gesunde“ Ernährung – und auch nicht für eine „krankmachende“. Seine Empfehlung: „Essen Sie nur dann, wenn Sie echten, körperlichen Hunger verspüren und zwar nur das, worauf Sie Lust haben, was Ihnen schmeckt und was Sie gut vertragen!“

Absehbar ist: Die Zahl der Innungsbetriebe wird auch in den kommenden Jahren, vorsichtig geschätzt, um durchschnittlich rund 300/Jahr zurückgehen, und damit sinken unvermeidlich auch die Beiträge, mit denen der DFV seine Arbeit und seine Leistungen für die Mitglieds­betriebe finanziert. DFV-Haupt­geschäftsführer Martin Fuchs stellte die mittelfristig zu erwartende Einnahmen- und Ausgabensituation des Verbands detailliert dar und verschiedene Varianten zum Umgang mit den Fakten zur Diskussion. Im Kern ging es dabei um die Beantwortung der Frage, ob der DFV sein bisheriges breites Leistungsspektrum für seine Mitglieder erhalten oder bis auf ein Minimum, nämlich die politische Interessenvertretung, zurückfahren soll. Die erste Alternative setzt voraus, dass die Mitgliedsbeiträge in den kommenden Jahren in einem Umfang steigen müssen, dass die sinkenden Einnahmen kompensiert werden können. Die zweite Alternative bedeutet dagegen weitreichende Einschnitte in fast allen Tätigkeitsbereichen des DFV. Viele Leistungen, von denen die Mitgliedsbetriebe bei ihrer täglichen Arbeit bisher profitiert haben, könnten dann nicht mehr erbracht werden.

Die Mitgliederversammlung hat sich vollumfänglich mit nur einer Enthaltung für die erste Alternative entschieden. Das heißt konkret, dass die Mitgliedsbeiträge pro Betrieb in den nächsten Jahren bis 2022 jeweils um 20 Euro steigen werden und so die Finanzierung der Leistungen auf dem bisherigen Niveau gesichert werden kann. Damit wurde auch dem ausdrücklichen Wunsch des DFV-Präsidenten Herbert Dohrmann entsprochen, dass die permanenten Diskussionen über höhere Beiträge endlich ein Ende haben und der DFV und seine Mitglieder sich nun verstärkt auf die wichtigeren Sachfragen konzentrieren können, die die Zukunft des Fleischerhandwerks betreffen.

Der 130. Deutsche Fleischer-Verbandstag wird am 11. und 12. Oktober 2020 in Sinsheim stattfinden.

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