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Deutlicher kommunizieren

„Wir können den heutigen Geflügelbedarf zu den aktuellen Preisen nicht mit Produktionsmethoden von vorgestern decken“ - und das müsse den Verbrauchern noch viel deutlicher kommuniziert werden. Diesen Appell richtete Honorarprofessor Dr. Ulrich Nöhle vom Institut für Lebensmittelchemie der Technischen Universität Braunschweig an die rund 200 Teilnehmer einer Veranstaltung der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) in Dötlingen. Die NGW vertritt alle Bereiche der Nutzgeflügelhaltung von der Zucht bis zur Vermarktung.

Die Schussfolgerung des Wissenschaftlers, der auch Vorsitzender des Beirates für den gesundheitlichen Verbraucherschutz beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium ist: Die heutige Lebensmittelwirtschaft dürfe nicht idealisiert werden. Für diese Idealisierung trage vor allem die Werbung Verantwortung, meinte Nöhle. Denn sie zeichne ein allzu idyllisches Bild von einer Produktion wie auf „Omas Bauernhof“. Professor Nöhle stellte fest, dass sich die niedersächsische Geflügelwirtschaft nicht verstecken müsse -und das müsse der Öffentlichkeit offensiver vermittelt werden. Nach Auffassung des Experten befindet sich die Geflügelwirtschaft in Niedersachsen auf einem vorbildlichen Level: „Wir haben die besten Ställe.“ Diese Einschätzung teilt NGW-Präsident Wilhelm Hoffrogge. Die niedersächsische Geflügelwirtschaft sei „einzigartig“, nämlich hochmodern und auch ehtisch auf einem hohen Stand.

Das sind gute Voraussetzungen dafür, dass sich die deutsche Geflügelwirtschaft auf dem globalen Markt behaupten kann. Der Agrarökonom Professor Dr. Dr. Harald von Witzke von der Humboldt-Universität zu Berlin stimmte dem zu. Er machte darauf aufmerksam, dass der Nahrungsbedarf parallel zur stetig steigenden Weltbevölkerung explodiere. Deshalb müsse mehr produziert und exportiert werden. Thomas Klaus

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