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Der Wert der Lebensmittel

„Es ist wichtig, auf fast eine Milliarde permanent schwer unterernährte Menschen weltweit aufmerksam zu machen, obwohl es genug zu essen für alle gäbe, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN berechnet hat.“ (NGG)

„Die Diskussion um unsere Lebensmittel, Mittel zum Leben, muss aber auch in Deutschland – in einer Welt des Überflusses – geführt werden. Hochwertige Produkte, allen voran Fleisch, sind hierzulande zur Ramschware verkommen. Der Preis ist nach wie vor das Hauptkriterium für den Einkauf im Supermarkt. Wegen der Nachfragemacht des Lebensmitteleinzelhandels und der Discounter haben Preise oft wenig mit dem Wert zu tun. Deshalb muss die Nachfragemacht des Handels begrenzt werden.

Wir zahlen einen hohen Preis für billige Lebensmittel: Massentierhaltung, Mono-Anbau und Import von Tierfutter mit verheerenden Folgeschäden beispielsweise in Südamerika, Dumpinglöhne und Werkverträge an den Schlachthöfen, Druck auf Arbeitsbedingungen und Tarifverträge in der Lebensmittelindustrie, Millionen Tonnen weggeworfener Lebensmittel.

Auf der anderen Seite stehen enorme Gesundheitskosten durch ernährungsbedingtes Fehlverhalten mit den Folgen von Adipositas und Diabetes schon bei Kindern.

Ein Wandel des Wissens und Bewusstseins um den Wert unserer Mittel zum Leben muss bei den Kindern anfangen: Das Thema Ernährung und Umgang mit Lebensmitteln muss Eingang in den Schulunterricht finden. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich darüber im Klaren sein, dass gute Lebensmittel nur mit guter Arbeit produziert werden können und ihren Preis haben. Zum Umdenken ist es noch nicht zu spät.“

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

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