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Das gute Geschäft mit Wochenmärkten

Über 3.000 Wochenmärkte bereichern das öffentliche Leben in Deutschland – und das nicht nur kulinarisch. Sie dienen Menschen als Nahversorger, sind ein Wirtschaftsfaktor und werden als Kulturgut wahrgenommen. Vor allem im ländlichen Raum sind sie ein traditioneller Begegnungsort und somit nach wie vor ein essenzieller Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Doch was müssen Händler und Marktmanager beachten, damit Märkte ihre Attraktivität und ihren Stellenwert beibehalten?

Das gute Geschäft mit Wochenmärkten
Entscheidend für den Erfolg auf dem Wochenmarkt ist die Wohlfühlatmosphäre für die Kunden. -

Das international tätige Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov hat im Auftrag der MARKT MOBIL eine repräsentative Umfrage mit über 2.000 Teilnehmern zum Thema Wochenmarkt durchgeführt. Die Ergebnisse werden anlässlich der zur Zeit in der Messe Essen stattfindenden Fachmesse veröffentlicht.

Über 80 Prozent der Deutschen ist die Wohlfühlatmosphäre eines Marktes „wichtig bis äußerst wichtig“. Dabei handelt es sich um ein generationenübergreifendes Bedürfnis, das in allen Altersgruppen ähnlich stark ausgeprägt ist – und dementsprechend auch zukünftig nicht an Relevanz verlieren wird. Für die Mehrheit der Befragten bieten Wochenmärkte damit einen willkommenen Rückzugsort vor dem Stress des Alltags. Eine ansprechende Gestaltung der Marktstände sowie des Platzes kommt diesem Bedürfnis entgegen und erhöht die Verweilqualität des Kunden.

Hochwertige Waren sind gefragt

Frische und Qualität der angebotenen Waren sind bei den Deutschen Spitzenreiter. Für eine deutliche Mehrheit von 90 Prozent sind hochwertige Produkte „wichtig bis äußerst wichtig“ – und somit für Händler ein guter Ansatzpunkt im Konkurrenzkampf mit Discountern und Supermärkten. Dabei ist der Wunsch nach Frische und Qualität weitgehend unabhängig vom verfügbaren Haushaltsnettoeinkommen, denn auch die unteren Einkommensgruppen haben ein Bedürfnis nach hochwertigen Waren.

Mit dem vollen Einkaufskorb noch schnell zum Bratwurststand gehört für 55 Prozent der Menschen zum Pflichtprogramm eines Wochenmarktbesuchs. Und auch vegetarische und vegane Speisenangebote haben Wachstumspotenzial.

Regionalität ist Trend

Ein weiterer gesellschaftlicher Trend, der sich in den Ergebnissen widerspiegelt, ist das Interesse an regionalen Waren. Für 85 Prozent der Deutschen ist die Regionalität der angebotenen Waren „wichtig bis äußerst wichtig“. Dieser Wert liegt auch bei jungen Menschen mit 77 Prozent auf hohem Niveau. Kurze Warenwege bedeuten einen geringeren CO2-Ausstoß und damit eine bessere Umweltbilanz. Hier können Marktmanager mit Informationskampagnen ansetzen und die Neugier an regionalen Waren erhöhen, denn ein generelles Interesse an Themen, die dem Umweltschutz dienen, ist definitiv vorhanden.

Selbst Marktbesuchern, die sich nicht bewusst der „No-Waste-Bewegung“ zuordnen, liegen umweltverträgliche Verpackungen am Herzen. 76 Prozent der Marktbesucher sehen es als Vorteil, wenn ein Wochenmarkt auf grünes Verpackungsmaterial achtet oder auf Umverpackungen komplett verzichtet. Zu den ebenfalls essenziellen Bedürfnissen des Wochenmarktbesuchers zählt eine gute Erreichbarkeit des Platzes. Der Wunsch nach guter Erreichbarkeit wächst mit dem Alter und ist ein Hinweis darauf, wie wichtig eine altersgerechte Gestaltung von Wochenmärkten ist – vor allem mit Blick auf den demografischen Wandel in Deutschland.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Marktbranche befindet sich im Umbruch – und tut trotzdem gut daran, sich auf ihre Kernkompetenzen zu besinnen und diese weiter zu stärken. Neben einem ansehnlichen Ambiente wünscht sich der Kunde vor allem frische und hochwertige Waren. Am liebsten aus der Region und zudem umweltfreundlich verpackt. Wenn dann noch eine gute Anbindung des Marktes hinzukommt, sind die wichtigsten Bedürfnisse des Besuchers bereits bedient. Aber die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch: Wochenmärkte müssen langfristig über ihre Rolle als reiner Nahversorger hinauswachsen, denn die Deutschen wünschen sich Ruhezonen, die zum Genuss und Entspannen einladen. Es liegt nun in den Händen der Marktmanager und Händler, diese Anreize umzusetzen. Nur eines muss klar sein: Die Zeit der Schmuddelstände mit Qualität auf Discounter-Niveau wird auch in Zukunft nicht wiederkehren.

Fachmesse als Impulsgeber

Auf der MARKT MOBIL in der Messe Essen präsentieren mehr als 70 Aussteller aus Deutschland ihr umfangreiches Angebot zu den Bereichen Weihnachts-, Jahr-, Street-Food- und Wochenmärkte. Die Fachmesse umfasst alle Facetten des mobilen Handels, die notwendig sind, um einen Markt(stand) attraktiv und zukunftssicher zu gestalten. Auf der Messe finden Zulieferer, Produzenten, Händler und Direktvermarkter zueinander, sodass ein umfassender Informations- und Handelstreff entsteht. Experten sprechen während der Messe über Herausforderungen und Potenziale der Marktbranche – und geben konkrete Praxistipps für die sofortige Umsetzung auf dem heimischen Markt.

www.markt-mobil.de

www.messe-essen.de

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