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Corona: Länger warten auf den Meisterabschluss

Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus behindern auch den Betrieb in den Lehreinrichtungen des Fleischerhandwerks: Die 1. Bayerische Fleischerschule Landshut hat ihren 441. Meisterkurs zwei Wochen vor der Abschlussprüfung unterbrochen und die Ausbildung im Teil IV (Arbeitspädagogischer Lehrgang) um mindestens fünf Wochen verschoben.

Je nach Lage soll es frühestens am 20. April weitergehen. Ebenfalls verschoben werden der 442. Meisterkurs und ein dreitägiger Kurs zum Schinkensommelier, die beide ursprünglich am 26. März starten sollten.

Wegen des gestiegenen Infektionsrisikos mit dem Coronavirus hatten der Bund und die Länder vergangene Woche Zwangspausen für alle Schulen bis nach den Osterferien verfügt. „Sicherheit geht vor!“ betont denn auch die Landshuter Schul-Geschäftsführerin Barbara Zinkl. Die Kursverschiebungen seien unausweichlich gewesen – auch deshalb, weil Referenten aus dem Ausland (etwa Sensorik-Experte Manfred Winkler, Österreich) nach Schließung der Grenzen gar nicht mehr anreisen könnten. Aber man werde alles tun, damit die Teilnehmer die Zwischenzeit zum Lernen nutzen könnten, zudem flexible Schulungsmodelle (etwa in Urlaubsphasen) und unbürokratische Umbuchungen anbieten. Das Schulbüro (Telefon 08 71 - 7 20 30) ist weiterhin durchgehend besetzt. Niemandem, der einen Kurs gebucht habe, werde durch die Corona-Krise und ihre Folgen eine Fortbildungsstunde oder ein Euro seiner Teilnahmegebühr verloren gehen, verspricht Zinkl.

Ein Kompliment für ihre Ruhe und Besonnenheit trotz der unwirklich anmutenden Situation mit täglich wechselnden Informationen von Behörden, Gesundheitsamt & Co. machte die Schulleiterin den 54 Teilnehmern des 441. Meisterkurses. Sie setzten anlässlich des ungewollten Kursendes ein deutliches Zeichen des Verständnisses und ihres Kampfes gegen die Ausbreitung des Coronavirus und posierten gemeinsam für ein Foto – mit Symbolen der Kampagne „#flattenthecurve“, die dazu beitragen will, den dramatischen Anstieg der Neuinfektionen durch besondere Vorsicht und soziale Rücksichtnahme zu reduzieren.

Der MK 441 soll zum frühestmöglichen Termin fortgesetzt und mit einer eigenen Abschlussfeier beendet werden. Die Verabschiedung des elfwöchigen MK 442 dürfte voraussichtlich erst im Juli stattfinden; im Vorfeld soll zudem der verschobene Premieren-Kurs zum „Schinkensommelier (BFS)“ – ein Aufbaumodul für Wurstsommeliers – über die Bühne gehen. Konkrete Termine werden zeitnah auf der Schul-Webseite veröffentlicht.

„Lernen in Zeiten des Coronavirus“ – für Barbara Zinkl zeigt die Pandemie trotz aller Unannehmlichkeiten auch die Chancen des Internets. So wie Kinder in der Zeit der Schulschließungen nun bundesweit den Bildungskanal ARD alpha zur Wissenserweiterung nutzen sollen, könnten Fleischer das in Online-Lehrgängen tun. Die 1. BFS bietet seit 2016 mit der Austrian School of Applied Studies (ASAS) und der Fachhochschule Burgenland einen Master-Studiengang „Unternehmensführung“ mit Schwerpunkt Fleischwirtschaft an, der Internet-Seminare und Präsenztage an der 1.BFS verknüpft. Ein Start ist aufgrund einer aktuell ausgehandelten Sonderregelung ab sofort ohne jegliche Warte- oder Semesterzeiten möglich; Studienvoraussetzung ist der Meisterbrief als Fleischer.

Als weitere Online-Fortbildungsangebote mit Praxisanteil hat die 1.BFS kürzlich die beiden Kurse „Zertifizierter Ernährungscoach – Fachrichtung Fleisch (BFS)“ und „Zertifizierter Seminartrainer – Fleischbranche (BFS)“ gestartet.

www.fleischerschule-landshut.de

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