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Corona: Die Fleischbranche ist vorbereitet und liefert

Es sind turbulente Zeiten: Das Coronavirus setzt der Wirtschaft weltweit zu und macht weder vor Länder- noch vor Branchengrenzen halt. Die Verbraucher reagieren verunsichert und tätigen Hamsterkäufe. Schulen, Kindergärten und Kantinen sind geschlossen, viele Menschen müssen im Homeoffice arbeiten. Für Le-bensmittelhersteller wie die Fleischwarenindustrie bedeutet dies: Die Nachfrage von Seiten der privaten Haushalte ist in kurzer Zeit rapide angestiegen. Zugleich ist der Bedarf der Gastronomie stark eingebrochen.

Corona: Die Fleischbranche ist vorbereitet und liefert
Zum ersten Mal findet eine gemeinsame Initiative der drei Verbände auf Facebook statt, um allen Mitarbeitern der Branche Solidarität und Gemeinschaft zu zeigen. -

Trotz der großen Herausforderungen sendet der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF) eine optimistische Botschaft an die Bevölkerung: „Wir können allen Bürgerinnen und Bürgern mitteilen, dass die Lebensmittelversorgung mit Wurst- und Fleischwaren derzeit sichergestellt ist“, so Sarah Dhem, Präsidentin des BVDF. „Unsere Mitgliedsbetriebe sind lieferfähig und die Lieferketten stabil. Eine über-mäßige Bevorratung mit Lebensmitteln, insbesondere Wurstwaren, ist daher nicht nö-tig.“

Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern und Lieferanten

Gleichzeitig versichert Dhem, dass die Mitgliedsbetriebe die Ansteckungsgefahr sehr ernst nehmen und entsprechende Präventivmaßnahmen ergreifen. Zwar unterliegt die Arbeit in der Fleischwarenindustrie unabhängig vom derzeitigen Corona-Geschehen bereits höchsten Hygienestandards, doch der Schutz der Mitarbeiter und Lieferanten vor Ansteckung hat heute mehr denn je absolute Priorität. Deshalb wurden wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter getroffen: Beispielsweise die Clusterbildung von Mitarbeitern, die in unterschiedlichen Schichten arbeiten, um direkten Kontakt miteinander zu vermeiden oder die Initiierung von Krisenteams, die sich regelmäßig treffen und mit koordinierten Maßnahmen schnellstmöglich auf eine Ausbreitung des Virus und auf neue Entwicklungen der Situation reagieren können. Zudem haben alle Mitgliedsbetriebe die Hygieneregeln nochmals deutlich verschärft und kontrollieren strengstens deren Einhaltung. Die Mitarbeiter werden regelmäßig über den Schutz vor Infektionen, das Erkennen von Krankheitssymptomen sowie Handlungsvorgaben im Krankheitsfall informiert.

#ICannotStayAtHome als verbandsübergreifende Initiative

Während richtigerweise dazu aufgerufen wird, konsequent zu Hause zu bleiben, ist dies bei der Produktion von Wurst- und Fleischwaren keine Alternative. „Wurstherstellung funktioniert nicht aus dem Homeoffice“, so Dhem. „Das trifft nicht nur uns, sondern natürlich auch die Kollegen aus der Fleischwirtschaft und dem Fleischerhandwerk. Seit gestern ist daher zum ersten Mal eine gemeinsame Initiative der drei Verbände auf Facebook gestartet, um allen Mitarbeitern der Branche Solidarität und Gemeinschaft aufzuzeigen. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt in Zeiten dieser Corona-Krise. „In Krisenzeiten gelten alte Grenzen nicht mehr, gemeinsame Handlungen müssen in den Vordergrund rücken, um die Situation zu meistern.“

Unterstützung der Politik notwendig

Doch trotz aller Präventionsmaßnahmen und engagiertem Einsatz: Die Verbreitung des Coronavirus führt zu massiven Einschränkungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Wie andere Bereiche der Wirtschaft, könnten auch Unternehmen der Fleischwarenindustrie Schwierigkeiten bekommen, einen reibungslosen Betrieb aufrecht zu erhalten, wenn Mitarbeiter durch die Auswirkungen der Pandemie fehlen. Auch können Mitarbeiter in der Produktion nicht im Homeoffice arbeiten, wodurch Quarantänemaßnahmen gerade kleinere Betriebe vor Herausforderungen stellen könnten.

Die Bundesregierung hat bereits 2009 per Gesetz (Nationale Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen und BSI-Gesetz) festgelegt, dass die Lebensmittelproduktion eine kritische Infrastruktur ist. Dies bedeutet in Krisensituationen wie der aktuellen Corona-Pandemie: Im Fall von durch den Coronavirus bedingten Produktions-, Liefer- oder Abnahmerückständen sind wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen sowie befristete gesetzliche Regelungen für die Unternehmen notwendig.

„Viele unserer Mitarbeiter leisten derzeit Überstunden, um dem Versorgungsauftrag gerecht zu werden. Erhöhte Lohnkosten und Aufwendungen für betriebliche Maßnah-men der Prävention führen darüber hinaus zu einer erhöhten wirtschaftlichen Belastung der Unternehmen. Unsere Betriebe tun selbstverständlich alles in ihrer Macht stehende, um alle Arbeitsplätze zu erhalten, was derzeit keine Selbstverständlichkeit ist“, betont Sarah Dhem den Einsatz in der Fleischwarenindustrie. „Wir alle in der Ernährungsbranche und in der Gesellschaft tragen Verantwortung und müssen daher auch an einem Strang ziehen. Deshalb appellieren wir an die Politik, auch die lebensmittel-verarbeitende Industrie gerade jetzt und wie per Gesetz zugesichert zu unterstützen.“

Heimische Lebensmittelerzeugung – so sehr von Bedeutung wie noch nie

Der BVDF setzt sich dafür ein, dass die Betriebe und die gerade in dieser Situation so wichtige heimische Lebensmittelerzeugung unterstützt werden. Jetzt gilt es, gemeinsam diese herausfordernde Zeit zu meistern, Mut und Zuversicht zu bewahren, um die Krise gesund zu überstehen. Wurst- und Fleischwaren werden in Deutschland von höchster Qualität unter nachhaltigsten und sichersten Bedingungen hergestellt. Was sonst so selbstverständlich scheint, wird nun in seiner gesamten Wichtigkeit sichtbar. „Unsere Branche ist geprägt von mittelständischen Familienbetrieben, wir reagieren seit Generationen flexibel auf alle Veränderungen und passen uns erfolgreich immer neuen Marktgegebenheiten an. Wir haben so viel geschafft, wir schaffen auch Corona,“ ist Sarah Dhem überzeugt. „Der Zusammenhalt in der Branche und die Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und den Regionen, in denen wir jeweils beheimatet sind, stehen für unsere Betriebe nun ganz oben auf der Prioritätenliste. Alles, was wir zur Bewältigung dieser globalen Krise beitragen können, werden wir in Angriff nehmen.“

www.bvdf.de

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