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Campylobacter: Vor Infektionsquellen schützen

In den Sommermonaten haben Durchfallerkrankungen Hochsaison. Campylobacter ist noch vor den Salmonellen der häufigste bakterielle Erreger von Lebensmittelinfektionen. Auch sommerliche Grillabende können zu einer Ansteckung führen, wenn Geflügelfleisch nicht ausreichend durchgegart wird.

Häufig ist aber auch der unbewusste Umgang mit Lebensmitteln die Ursache. Da wird mit der Hand eine rohe Hühnerkeule auf den Grill gelegt und mit der derselben Hand das fertige Würstchen auf den Teller befördert. Das können genug Bakterien für einige unangenehme Tage sein. Betroffene leiden unter einer Darmentzündung mit starkem Krankheitsgefühl, Bauchschmerzen, Fieber und mitunter blutigen Durchfällen.

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 70.000 Fälle von Infektionen mit Campylobacter gemeldet – mit leicht steigender Tendenz. Die Bakterien leben vor allem im Darm von Hühnern und anderen Tieren, die dadurch aber nicht krank werden. Wenn Keime auf frisches Hühnerfleisch, seltener auch Rind- und Schweinefleisch sowie in Rohmilch gelangen, kann sich der Mensch anstecken. Offenbar geht auch von mit Kot verunreinigten Hühnereiern ein Infektionsrisiko aus, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Allerdings ist die Gefahr deutlich geringer als bei frischem Hühnerfleisch.

Mit einfachen Maßnahmen kann jeder in seiner eigenen Küche das Infektionsrisiko durch Hühnereier deutlich senken. So sollten rohe Eier stets getrennt von anderen Lebensmitteln gelagert werden, erklärt das BfR. Nach dem Kontakt mit rohen Eiern sind Küchenutensilien und Hände gründlich zu reinigen. Wer mit Eiern zubereitete Speisen ausreichend erhitzt, tötet Campylobacter und andere Krankheitserreger zuverlässig ab. Für die Herstellung von Roheispeisen wie Tiramisu werden möglichst frische und saubere Hühnereier verwendet. Besonders empfindliche Personen wie Kleinkinder und ältere Menschen sollten Eier und Eierspeisen zum Schutz vor einer Infektion immer nur gut durcherhitzt essen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

www.bfr.bund.de

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