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Bruderkalb-Initiative siegt beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2021

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Gewinner des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2021 ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehört die Bruderkalb-Initiative der Bio-Musterregion Hohenlohe. Anja Frey vom Völkleswald-Hof (Oberrot), Initiatorin des Projekts, nahm den Preis virtuell entgegen. „Ich freue mich vor allem darüber, dass unser jahrelanges Engagement für die Tiere und unsere Vernetzungsarbeit mit weiteren Bio-Betrieben in der Bio-Musterregion Hohenlohe nun bundesweit gewürdigt wird“, sagte Frey: „Die Zeit ist gekommen, etwas fundamental anders zu machen.“

Die Stiftung „Haus der Bauern“, Projektträgerin der Bio-Musterregion Hohenlohe, sieht den Preis als Bestätigung ihrer Projektarbeit. Die in Schwäbisch Hall ansässige Stiftung engagiert sich für Freiheit, kulturelle Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit für die bäuerliche und ländliche Bevölkerung in der Region Hohenlohe, in Europa und darüber hinaus. Sie orientiert sich an der Ethik Albert Schweitzers: Ehrfurcht vor dem Leben. Die Stiftung ist zudem Trägerin der Akademie für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft Schloss Kirchberg. Die Akademie Schloss Kirchberg bietet ein vielfältiges Programm aus Fortbildungen, Vorträgen und Tagungen.

Die an der Bruderkalb-Initiative beteiligten Bio-Betriebe liefern unter anderem Milch an die Dorfkäserei Geifertshofen und an die Molkerei Schrozberg. Beteiligt sind neben den Demeter-Betrieben Anja & Pius Frey, Völkleswaldhof, und Julia Rupp & Julian Klopfer, Honhardter Demeterhöfe, die Bioland-Betriebe Jo’s und Micha’s Biolandhof und der Bioland-Betrieb der Familie Herz.

Für die Bruderkalb-Initiative Hohenlohe ist klar: Bio-Bruderkälber sollen auch auf Bio-Betrieben groß werden. Deshalb setzen sie auf eine mutter- und ammengebundene Aufzucht und haben eine Wertschöpfungskette für Bio-Kalbfleisch mit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall aufgebaut. „Wir haben die Infrastruktur“, sagt deren Vorstand Rudolf Bühler, „denn der Schlachthof gehört den Bauern der Region.“ In den Händen dieses Partners liegen neben der Schlachtung auch die Verarbeitung und der Vertrieb der Kalbfleischprodukte, die unter einem eigenen Logo den Metzgereien, der Gastronomie sowie dem Groß- und Einzelhandel angeboten werden. Einer der Vorreiter ist der Regionalmarkt Hohenlohe in Wolpertshausen, der seit längerem Bruderkalb-Produkte verkauft. Auch Kaufland- und Rewe-Filialen sowie Bio-Metzgereien führen das besondere Bio-Kalbfleisch.

Für Regionalmanagerin Franziska Frey-Gogolin ist die Bruderkalb-Initiative „ein tolles Beispiel für den Aufbau neuer, regionaler Wertschöpfungsketten“. Genau dies sei das Ziel der Bio-Musterregionen: „Wir haben die Entwicklung der Bruderkalb-Initiative eng begleitet, unterstützen die Öffentlichkeitsarbeit und vernetzen.“

Die Koordination zwischen Betrieben, Verarbeitern und Abnehmern der Bruderkalb-Initiative liegt in den Händen von Anja Frey, Betriebsleiterin des Völkleswald-Hofs sowie Vorständin im Demeter-Landesverband. Sie sagt: „Was der landwirtschaftliche Betrieb mit viel Sorgfalt erzeugt hat, sollte mit ebenso viel Sorgfalt verarbeitet werden – und zwar alle Teilstücke! Das gebietet allein der Respekt vor dem Tier.“

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