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Boom von Kartenzahlungen

Das Corona-Jahr im Rückblick: Trotz Bargeld-Mentalität der Deutschen ist der Wunsch nach Kartenzahlungen in der Bevölkerung so groß wie nie, besonders im Saarland, und das vermehrt auch für kleine Beträge unter 5 Euro. Dies zeigt eine detaillierte Analyse von SumUp, Finanztechnologie-Anbieter im Bereich digitale Zahlungen.

Bei der detaillierten Auswertung der Bezahlarten des vergangenen Jahres zeigt sich, dass entgegen der allgemeinen Annahme die Nachfrage nach bargeldlosem Bezahlen nicht nur in den Großstädten und Ballungsräumen boomte, wo sich auch die meisten Menschen aufhalten. Im Gegenteil: Der Wunsch der Bevölkerung nach kontaktlosen Zahlungen nahm zumindest bei den Klein- und Kleinsthändlern am meisten in weniger bevölkerungsstarken Bundesländern zu.

Im Jahresvergleich 2019 zu 2020 liegt hier mit deutlichem Abstand das Saarland, als kleinstes deutsches Bundesland, mit einem Wachstum um mehr als das Doppelte (122 Prozent) bei der Gesamtzahl der Transaktionen ganz weit vorn, dicht gefolgt von Bremen mit 97 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern liegt, mit einem immer noch beachtlichen Wachstum von 84 Prozent, nur knapp dahinter auf Platz 3.

Besonders überraschen die Letztplatzierten des Rankings: Berlin als Bundeshauptstadt und Hessen mit Deutschlands Finanzzentrum Frankfurt am Main liegen mit jeweils 37 und 33 Prozent zwar weit abgeschlagen hinter allen anderen Bundesländern zurück, doch auch hier zeigt sich im Jahresvergleich ein, wenn auch geringeres, Wachstum an Kartenzahlungen.

Auf diese Entwicklung reagierten viele der Klein- und Kleinsthändler: Bei einigen Branchen ist eine deutlich verstärkte Nachfrage nach Bezahlgeräten zu erkennen. So stellten zum Beispiel vermehrt Lebensmittelgeschäfte auf bargeldlose Zahlungsarten um. Hier stieg die Zahl der Neukunden um bis zu 262 Prozent an. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch bei Catering-Firmen und Lieferunternehmen. Dort verzeichnete SumUp einen Anstieg um 118 Prozent.

Kartenzahlung auch für Kleinstbeträge beliebt wie nie

Der Anstieg bargeldloser Zahlungen ist auch bei den Beträgen gut sichtbar: Immer häufiger werden auch kleinere Summen in Deutschland mit der Karte bezahlt. Ein deutlicher Anstieg zeigt sich bei der Nutzung der EC-Karte für Beträge unter 5 Euro. Die Gesamtzahl der Transaktionen ist im Jahr 2020 deutlich gestiegen, doch parallel dazu zeigt sich, dass der durchschnittliche Betrag einer einzelnen Transaktion im Vergleich zu 2019 geringer geworden ist. Lag der durchschnittliche Betrag im Jahr 2019 noch bei 58,83 Euro, sank er 2020 auf 48,76 EWuro - dies entspricht einer Veränderung um –17 Prozent.

Diese Tendenz lässt sich jedoch nicht nur in Deutschland erkennen, sie ist auch europaweit, beispielsweise Großbritannien, Frankreich oder in der Schweiz, zu beobachten. „Das Jahr 2020 hat das Konsum- und Bezahlverhalten nachhaltig verändert. Deutschland galt lange als klassisches Bargeldland, doch das letzte Jahr hat Verbraucher selbst in entlegenen Regionen vom bargeldlosen Zahlungsverkehr überzeugt“, so Mareike Kaempf, Growth Lead Germany bei SumUp. „Nun bleibt abzuwarten, ob sich hier eine beginnende Trendwende abzeichnet oder ob es sich lediglich um ein zeitbegrenztes Corona-Phänomen handelt.”

www.sumup.de

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