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Bio-Lebensmittel nachhaltig räuchern

Verbraucher erwarten von Bio-Lebensmitteln völlig zu Recht eine höhere Qualität hinsichtlich Herstellung und Verarbeitung als von konventionellen Produkten. Das bedeutet auch: keine Belastung mit für Mensch und Umwelt gefährdenden Inhaltsstoffen. Auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel „BioFach“ wurde vor Kurzem das von der EU-Agrarkommission für Bio-Produkte zugelassene Räucherverfahren CleanSmoke offiziell vorgestellt.

Der Präsentation des Verfahrens vorausgegangen war die mehr als dreijährige CleanSmoke Organic Educational Campaign in den europäischen Schlüsselmärkten für Bio-Lebensmittel mit Unterstützung von NGOs, Anbauverbänden sowie dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

CleanSmoke ist produkt- und umweltschonend – ohne Geschmackseinbußen im Vergleich zu konventionell geräucherten Lebensmitteln. In Sensorikstudien und Verbraucherumfragen konnte belegt werden, dass mit CleanSmoke geräucherte Produkte mindestens ebenso gut schmecken wie herkömmliche Räucherwaren. CleanSmoke ist ein aus Primärrauchkondensat frisch erzeugter Rauch – frei von Schadstoffen wie Teer und Asche und auch die Kontamination mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) ist weitgehend eliminiert. Nach einer Ökobilanz des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik schneidet CleanSmoke im Vergleich zum traditionellen Friktions- und Glimmräuchern deutlich besser ab. Mit CleanSmoke lassen sich rund 50 Prozent Energie und – ausgehend vom aktuellen deutschen Energiemix – etwa 30 Prozent der Klimagasemissionen einsparen. Analysen im Rahmen des europäischen Aktionsplans Eco-innovation (EcoAP) haben ergeben, dass sich die CO2-Emissionen sogar um bis zu 80 Prozent im Vergleich zum klassischen Räuchern senken lassen.

 „Das CleanSmoke-Räucherverfahren ist für eine nachhaltige Produktion von Bio-Lebensmitteln wie gemacht“, sagt Uwe Vogel, Chairman der Cleansmoke Coalition. Auch für Mechthild Hüneborn von der SuperBioMarkt AG sind die Vorteile entscheidend: „Uns war in erster Linie wichtig, dass durch das CleanSmoke-Verfahren Mensch und Umwelt geschützt werden können. Darüber hinaus überzeugen Qualität, Optik, Geschmack und Konsistenz der Produkte – nicht nur uns, sondern auch die Verbraucher.“ Biofleisch NRW, Hauptlieferant der 30 SuperBioMärkte, hat angekündigt, sukzessive seine gesamte Produktion auf CleanSmoke auszurichten.

Ebenfalls überzeugt von dem innovativen Verfahren ist Biofino. Der vor allem bei Großküchen und Gastronomie geschätzte Betrieb für Bio-Geflügelfleisch hat bereits damit begonnen, seine gesamte Produktion auf CleanSmoke umzustellen. Die Fischmanufaktur „Die Räucherei“ aus der Nähe von Bremen räuchert schon seit mehr als 20 Jahren schadstofffrei und konnte auf der BioFach erstmals Fisch in Bio-Qualität offiziell anbieten.

Eine wachsende Zahl von Fleisch- und Fisch-, Tofu-, Seitan- und Käseherstellern ist davon überzeugt, dass der „grüne Rauch“ eine Chance für die Bio-Branche ist. Hersteller und Handel können damit ihre Vorreiterrolle bei der nachhaltigen Transformation der Lebensmittelwirtschaft unterstreichen. „Bio-Produkte werden zunehmend zur Leitwährung der Lebensmittelwirtschaft“, sagt Jürgen Michalzik, Leiter der CleanSmoke Educational Campaign. „Von den CleanSmoke-Bio-Betrieben wird ein starker Impuls auch in die konventionell arbeitenden Betriebe gehen. In Kürze werden die ersten Produkte mit dem von der CleanSmoke Coalition vergebenen Siegel im Bio-Handel sichtbar sein.“ Spätestens dann werde dieses produkt- und umweltfreundliche Räucherverfahren auch von den Verbrauchern aktiv nachgefragt.

Uwe Vogel, Chairman der CleanSmoke Coalition wünscht sich diese Vorreiterrolle für die Zukunft einer nachhaltigen Lebensmittelwirtschaft. Die BioFach war der erfolgreiche Start einer umfassenden CleanSmoke-Informationskampagne, die jetzt in Europa über die Vorzüge des Räucherverfahrens aufklären soll. Mit der spanischen Ökolandbau-Organisation Ecovalia wurde bereits der Grundstein für eine gemeinsame Kampagne gelegt, vorbereitende Gespräche mit italienischen und schweizerischen Vertretern der Bio-Branche wurden aufgenommen. Und für September ist die Teilnahme der CleanSmoke Coalition an der Bio-Fachmesse Natexpo in Lyon geplant.

www.clean-smoke-coalition.eu

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