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Auswirkungen der Corona-Krise im Fleischerhandwerk

Der Deutsche Fleischer-Verband (DFV), Frankfurt a.M., hat Betriebe des Fleischerhandwerks nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie befragt. An der Befragung, die im Zeitraum vom 15. bis 17. Mai 2020 über die APP des DFV durchgeführt wurde, nahmen 303 Innungsmitglieder teil. Gefragt wurde nach der Umsatzentwicklung in der Krise, insgesamt und in Bezug auf die verschiedenen Geschäftsfelder, in denen die Betriebe des Fleischerhandwerks aktiv sind, sowie nach den Herausforderungen durch die Umsetzung der Rahmenbedingungen unter anderem der Hygieneregeln und der Maskenpflicht.

Auswirkungen der Corona-Krise im Fleischerhandwerk
Die Umsatzentwicklung zeigt, dass die Betriebe des Fleischerhandwerks die Herausforderungen durch die Corona-Krise bisher insgesamt gut bewältigt haben. -

Frage 1: Wie hoch war Ihr Umsatzanteil pro Geschäftsfeld vor der Corona-Krise?

Erwartungsgemäß ist im Durchschnitt aller Betriebe, die an der Befragung teilgenommen haben, der Umsatz über Ladentheken mit einem Anteil von 57,2 % der bedeutendste Bereich. Dabei gab es große Unterschiede von Betrieb zu Betrieb, was sich in den Befragungsergebnissen deutlich zeigt.

Die Verteilung der Umsätze in den einzelnen Geschäftsfeldern deckt sich mit Erhebungen, die der DFV zu anderen Anlässen durchgeführt hat: Theken Ladengeschäft: 57,2 %, Partyservice/Catering: 15,8 %, Imbiss: 9,4 %, Lieferung an Großverbraucher: 6,9 %, Lieferung an LEH: 3,9 %, Mobiler Verkauf: 3,9 %, Online-Handel: 1,4 %, Sonstiges: 1,5 %%.

Frage 2: Wie ist Ihr Betrieb mit den Herausforderungen durch Corona klargekommen?

Die Betriebe des Fleischerhandwerks haben den Großteil der Herausforderungen gut meistern können. Insbesondere die Rohstoffbeschaffung und die Einhaltung der Hygieneregeln bei den Kunden boten keine unüberwindbaren Hindernisse.

Problematischer wurde es, wenn es um die Organisation der eigenen Mitarbeiter und die Einhaltung der Maskenpflicht ging. Für rund 17 % der befragen Betriebe stellten zudem finanzielle Engpässe ein großes Problem dar.

Frage 3: Wie hat sich der Umsatz in Ihren Geschäftsfeldern in der Corona-Krise entwickelt?

Die Verkaufsstätten des Fleischerhandwerks wurden früh als systemrelevant eingestuft und durften daher geöffnet bleiben. Dadurch konnte sich der Umsatz an der Theke überwiegend positiv entwickeln. Rund 80 % geben an, moderate oder sogar massive Umsatzsteigerungen in diesem Bereich zu haben.

Negativ entwickelt haben sich dagegen die Umsätze in den Geschäftsfeldern Imbiss sowie im Partyservice/Catering und bei den Lieferungen an Großverbraucher. Insbesondere in den letzten beiden Geschäftsfeldern sind die Umsätze massiv eingebrochen. Da in den drei genannten Geschäftsfeldern insgesamt rund 32% des Umsatzes der Branche erwirtschaftet werden, wirken sich diese Zahlen deutlich auf die gesamte Umsatzentwicklung im Fleischerhandwerk aus.

Uneinheitlich sind die Entwicklungen der Umsätze im Mobilen Verkauf und im Online-Handel. Erstaunlich ist zudem die eher negative Umsatzentwicklung mit den Geschäften des Lebensmitteleinzelhandels (LEH).

Entsprechend der Ausrichtung der Fleischerbetriebe (mehr oder weniger Thekenverkauf) haben sich die Gesamtumsätze sehr unterschiedlich entwickelt. Überwiegend negativ sind sie bei Unternehmen, die sich auf Partyservice/Catering und Lieferungen spezialisiert haben (Thekenverkauf < 50 %). Zu dieser Gruppe gehören rund 20 % aller Betriebe. Überwiegend positiv sind die Entwicklungen dagegen bei Fleischereien mit hohen Umsatzanteilen im stationären Thekenverkauf (> 70 %).

Frage 4: Wurde Ihr Betrieb durch COVID-19-Erkrankungen direkt beeinträchtigt?

Bisher sind nur sehr wenige Betriebe des Fleischerhandwerks direkt durch Krankheitsfälle betroffen. Zwei Unternehmen waren von (vorübergehenden) Betriebsschließungen betroffen, einzelne Quarantäne-Anordnungen für Mitarbeiter/innen gab es etwas häufiger.

Frage 5: Haben Sie Unterstützungsmaßnahmen beansprucht?

Rund 68 % der fleischerhandwerklichen Unternehmen sind zum Befragungszeitpunkt ohne materielle Unterstützung durch die Corona-Krise gekommen. Allerdings mussten rund 18 % Kurzarbeitergeld beantragen. Dies deckt sich weitgehend mit dem Anteil der Betriebe, die über große finanzielle Probleme berichten (siehe Frage 2).

Betrachtet man, in welchen Geschäftsfeldern diese Unternehmen überwiegend tätig sind, ist zu sehen, dass es insbesondere Betriebe sind, deren Geschäftsanteile im Partyservice/Catering, im Imbiss und bei den Lieferungen an Großverbraucher besonders hoch ist. Etwas abgeschwächt zeigt sich das gleiche Bild bei denjenigen Unternehmen, die Liquiditätshilfen beansprucht haben. Aber auch hier liegt der Anteil überdurchschnittlich hoch.

www.fleischerhandwerk.de

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