Betrieb -

Aufräumen im Versicherungsportfolio

Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, planen viele Geschäftsführer eine Bestandsaufnahme. In diesem Zuge sollten sie auch den Versicherungsschutz für ihren Betrieb prüfen und gegebenenfalls anpassen. Im Laufe eines Jahres kann sich schließlich einiges geändert haben.

Welche Versicherungen Unternehmen wirklich brauchen, erklärt Volker Helmhagen, Experte bei der Nürnberger Versicherung. Betriebliche Versicherungen sollen vor bestimmten Risiken schützen. Im Zweifel hängt sogar die Existenz eines Unternehmens von der richtigen Absicherung ab. Geschäftsführer haften zudem mit ihrem Privatvermögen – auch dann, wenn es sich um eine Rechtsgesellschaft wie eine GmbH oder AG handelt. Daher ist es so wichtig, den Versicherungsschutz regelmäßig mit dem aktuellen Bedarf des Betriebs abzugleichen und entsprechend anzupassen. Wächst das Unternehmen beispielsweise stark oder baut es Stellen ab? Gibt es etwa neu zu versichernde Risiken im Unternehmen? Volker Helmhagen weiß: „Unter- oder Überversicherung können zu zusätzlichen Kosten führen, die vermeidbar sind.“ Umgekehrt kann auch die Versicherung die Bedingungen anpassen. „Ändern sich die Konditionen, könnte sich ein Wechsel zu einem anderen Produkt lohnen“, merkt der Experte an.

Must-haves für die betriebliche Absicherung

Die Zahl der Policen und die jeweilige Deckungssumme sind von verschiedenen Faktoren abhängig, beispielsweise von der Branche, dem Jahresumsatz oder der Anzahl der Mitarbeiter. Ins Versicherungsportfolio eines jeden Betriebs gehört eine Betriebshaftpflichtversicherung. „Wie Privatpersonen haften auch Betriebe in unbegrenzter Höhe, wenn Mitarbeiter einen Sachschaden verschulden oder Personen verletzen“, betont Helmhagen. Eine Betriebshaftpflichtversicherung versichert die Betriebsleitung und alle Mitarbeiter, während sie ihre betriebliche Tätigkeit ausüben.

Darüber hinaus sollte jeder Betrieb eine Geschäftsinhaltsversicherung haben, die Einrichtung, Vorräte und Waren absichert. Damit sind Betriebe beispielsweise gegen die finanziellen Folgen eines Feuers, Sturms, Rohrbruchs oder Einbruchs geschützt. Man sollte darauf achten, dass die Versicherung im Schadensfall nicht nur die Sachwerte ersetzt, sondern auch für die ausfallenden Erträge aufkommt.

Zusätzlich lohnt es sich, in eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung zu investieren. So sind Betriebe auf der sicheren Seite – zum Beispiel, wenn ein Kunde eine erbrachte Leistung nicht bezahlen will.

Bedarfsorientierte Lösungen finden

„Welche weiteren Versicherungen für welchen Betrieb sinnvoll sind, lässt sich nicht pauschal beantworten“, erläutert der Experte von der Nürnberger Versicherung. Setzt das Unternehmen teure Technik ein, sollten Geschäftsführer beispielsweise eine Elektronikversicherung in Erwägung ziehen. Diese sichert alle Schäden an elektronischen Geräten und Anlagen wie Computern, Kassensystemen und Telefonanlagen ab, die etwa durch einen Kurzschluss oder durch einen Bedienungsfehler entstanden sind.

In Herstellungsbetrieben könnte hingegen eine Maschinenversicherung wichtig sein. Kommt es bei einer Maschine zu einem unvorhergesehenen Schaden, trägt die Versicherung die Reparaturkosten.

Für eine Dienstleistungsfirma ist womöglich eine Berufshaftpflichtversicherung interessant, die die Folgen falscher Beratung abfangen kann.

Wäre ein Betrieb durch einen krankheits- oder unfallbedingten Ausfall des Geschäftsführers wirtschaftlich gefährdet, sollte eine Betriebsunterbrechungsversicherung nicht fehlen. „Wichtig ist also, im Einzelfall abzuwägen, welche branchentypischen und individuellen Gefahren bestehen und wie sich diese Risiken absichern lassen“, fasst Helmhagen zusammen.

Passgenauer Versicherungsschutz

„Zur Ermittlung des passgenauen Versicherungsbedarfs empfiehlt sich für Unternehmer eine professionelle Risiko- und Wertanalyse“, erläutert der Experte. Bei der Wertanalyse berechnet der Versicherer den aktuellen Kaufpreis der gesamten technischen und kaufmännischen Betriebseinrichtung. Der derzeitige Neuwert aller Gegenstände ergibt dann den korrekten Betrag, den der Betrieb versichern sollte. Bei der Risikoanalyse gilt es hingegen zu prüfen, welche Gefahren den Betrieb treffen könnten. Falls während des vergangenen Jahres neue Risiken hinzugekommen sind, ist es wichtig, dass auch für sie Versicherungsschutz besteht. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn sich ein Betrieb dazu entscheidet, seinen Energiebedarf über eine Photovoltaikanlage zu decken und den überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen. Zu den neuen Risiken gehören dann unter anderem Marderschäden an der Verkabelung oder Sturmschäden. Daneben können bestimmte Risiken weggefallen sein – etwa wenn der Betrieb Teilbereiche outsourct oder Räume und Gebäude sich geändert haben. Bei der Ermittlung eines individuellen, bedarfsgerechten Versicherungsschutzes sind Geschäftsführer nicht auf sich allein gestellt.

www.nuernberger.de

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