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Anuga 2015: Treffen der Ernährungsbranche

Vom 10. bis 14. Oktober 2015 findet in Köln die Anuga statt, die weltweit größte Leistungsschau für die internationale Ernährungswirtschaft. Rund 6.800 Aussteller aus 100 Ländern werden sich und ihre Produkte auf insgesamt 284.000 m² Bruttoausstellungsfläche präsentieren. Zur letzten Anuga vor zwei Jahren kamen 155.000 Fachbesucher aus aller Welt.

„10 Fachmessen unter einem Dach“: Das erfolgreiche Konzept der Anuga wird auch 2015 für Übersichtlichkeit und klare thematische Zuordnung sorgen. Alle Fachmessen, die das komplette Kölner Messegelände belegen, zeigen ein starkes und internationales Ausstellerprofil, was nicht zuletzt durch die Teilnahme zahlreicher Key-Player unterstrichen wird. Neue Länderbeteiligungen bringen noch mehr Vielfalt und Internationalität auf die Anuga.

Die größte unter den Anuga-Fachmessen ist die „Fine Food“, die die Angebotssegmente Feinkost, Gourmet und Grundnahrungsmittel bündelt. Zahlreiche internationale Pavillons bieten den Einkäufern einen Überblick über die Spezialitäten des jeweiligen Landes. In großem Umfang auf der Anuga Fine Food vertreten sind zum Beispiel Italien, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Spanien und die Türkei. Länder wie China, Indien, Korea, Mexiko, Singapur und Thailand beteiligen sich ebenso wie Österreich, die Schweiz und Polen.

Anuga Meat: Fleisch im Fokus

Als international umfassendste Informations- und Orderplattform für Fleisch, Wurst, Wild und Geflügel belegt die Anuga Meat eine Bruttoausstellungsfläche von rund 55.000 m². Weltweit gibt es keine vergleichbare Leistungsschau der Fleischwirtschaft. Vertreten sind marktführende Unternehmen ebenso wie kleinere und mittelständische Anbieter. Sie stellen die gesamte Bandbreite der Fleischproduktion in ihren verschiedenen Verarbeitungsstufen dar: von unverarbeiteten Fleischwaren über Fleischzubereitungen und Convenienceprodukte bis hin zu feinen Wurst- und Schinkenwaren und regionalen Spezialitäten.

Die Anuga Meat belegt die Hallen 5, 6 und 9 des Kölner Messegeländes. Mit ihren Untersegmenten Wurstwaren (Halle 5.2 und 6), Rotfleisch (Halle 6 und 9) sowie Geflügel (Halle 9) bietet sie den Facheinkäufern eine hervorragende Orientierung. Zu den ausstellenden Unternehmen gehören Sisters Storteboom, ABP Group, AJC International, Amadori, Bell, Beretta, Borgmeier, Campofrio, Citterio, Danish Crown, Inalca, JBS, LDC, MHP, Nippon Ham Foods, Plukon Poultry, Rügenwalder Mühle, Smithfield, Tönnies, Tyson Foods, Vion, Westfleisch, Wiesenhof und Wiltmann. Große Gemeinschaftsbeteiligungen kommen aus Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Österreich, Spanien, Südafrika, der Türkei und den USA.

Wachsende Märkte

Der weltweite Fleischkonsum wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen, prognostizieren OECD und FAO. Grund sind die wachsende Weltbevölkerung und die wirtschaftliche Entwicklung in zahlreichen Ländern. Konkret soll die Weltfleischproduktion von 297 Millionen Tonnen in 2011 auf 350 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2021 ansteigen. Die Zuwächse bei Geflügelfleisch sollen mit 2,2 Prozent pro Jahr deutlicher ausfallen als bei Rindfleisch (+ 1,8 Prozent) und Schweinefleisch (+ 1,4 Prozent). Der Anteil von Geflügelfleisch an der Weltfleischproduktion steigt damit auf 37 Prozent. Auf Schweinefleisch sollen dann ebenfalls 37 Prozent Marktanteil entfallen. Die 200 Millionen-Tonnen-Marke war erst Mitte der 90er Jahre übersprungen worden. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischerzeugung also vervierfacht.

Auch europaweit hat sich die Fleischproduktion positiv entwickelt und soll nach Schätzung der EU-Kommission 2015 und 2016 weiter wachsen. Für das laufende Jahr wird für die EU eine Fleischerzeugung von insgesamt 45,1 Mio. Tonnen erwartet, 1,3 Prozent mehr als 2014.

Im Außenhandel mit Fleisch und Fleischwaren bedeutet die Einfuhrsperre Russlands nach wie vor eine schwere Last für die deutschen und europäischen Exporteure. Der entfallene Export konnte aber durch Ausfuhren nach Asien nahezu wieder ausgeglichen werden.

Export auf hohem Niveau

Die Erschließung neuer Exportmärkte ist für die Absatzsicherung der deutschen Fleischwirtschaft von existenzieller Bedeutung. Die deutschen Fleischunternehmen arbeiten daher seit sechs Jahren in German Meat, der gemeinschaftlichen Exportförderungsorganisation der deutschen Fleischwirtschaft, erfolgreich zusammen. German Meat organisiert auch im Rahmen der Anuga 2015 eine Gruppenbeteiligung.

Mit gut 4,2 Mio. Tonnen exportierte die deutsche Fleischwirtschaft 2014 erneut auf sehr hohem Niveau und konnte wiederum einen Zuwachs verzeichnen (plus 3,7 Prozent). Die Exporterlöse gingen hingegen aufgrund der niedrigeren Rohstoffpreise um knapp zwei Prozent auf rund 9,6 Mrd. Euro zurück. Wichtigste Abnehmerländer für Fleisch und Fleischwaren aus Deutschland sind die EU-Länder, in die 80 bis 90 Prozent der Ausfuhrmengen fließen.

Von der gesamten deutschen Exportmenge entfielen im vergangenen Jahr 12,8 Prozent auf Fleisch- und Wurstwaren. Die deutsche Fleischwarenindustrie konnte damit ihren Anteil am Gesamtexport des Fleischsektors erneut steigern (Vorjahr 12,3 Prozent).

Die Einfuhr hingegen stagniert. Der Import von frischem und gefrorenem Rindfleisch beispielsweise betrug im vergangenen Jahr 296.000 Tonnen und lag damit um 3,4 Prozent unter der Menge von 2013. Lieferländer sind hauptsächlich die Niederlande, Polen und Österreich. Doch ein erheblicher Anteil der Rindfleischlieferungen aus den Niederlanden dürften Waren vor allem aus Südamerika und den USA sein, die über den Hafen Rotterdam in die EU eingeführt werden.

Die Ausfuhr ist somit auch wichtiges Standbein der ostwestfälischen Tönnies-Gruppe. Mehr als die Hälfte der Jahresproduktion der deutschen Nummer eins im Fleisch-Business wird exportiert. Der Konzern betreibt 25 Auslandsbüros, beispielsweise in Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien, Schweden und Dänemark. In Osteuropa ist Tönnies mit Vertriebsstandorten in Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Russland und der Ukraine vertreten. Für seine Schweinefleischlieferungen erhielt Tönnies zuletzt auch die Zulassung für den wichtigen US-Markt.

Fleischverzehr in Deutschland

Mit einem statistischen Pro-Kopf-Verzehr von 38,2 kg liegt Schweinefleisch trotz eines Rückgangs von 0,3 kg weiterhin deutlich an der Spitze der heimischen Verbrauchergunst. Auch die Preisunterschiede zwischen den Fleischarten haben einen Einfluss, der eindeutig das preiswertere Geflügelfleisch begünstigt. Hier blieb der Pro-Kopf-Verzehr mit 11,5 kg konstant. Der Verzehr von Rindfleisch ist nur leicht um 0,1 kg auf 8,9 kg zurückgegangen. Auf den Konsum von Lamm- und Ziegenfleisch entfielen 0,5 kg und andere Fleischarten (insbesondere Wild und Innereien) werden mit 1,2 kg veranschlagt.

Maßnahmen für mehr Tierwohl

Mit der Initiative Tierwohl hat die Wirtschaft in den vergangenen Monaten ein Projekt an den Start gebracht, das die Haltungsbedingungen für einen Großteil der in Deutschland gehaltenen Schweine über den gesetzlichen Standard anhebt. Von Beginn an werden sich über 2.000 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 12 Mio. Schweinen daran beteiligen. Den finanziellen Ausgleich für den Mehraufwand erhalten die Landwirte über einen Fonds, der von großen Einzelhandelsunternehmen gespeist wird. Das System wurde von der Fleischwirtschaft in einem aufwändigen Prozess mit entwickelt und durch die Teilnahme der Schlachtbetriebe unterstützt.

Der Vorstandssprecher der Westfleisch eG, Helfried Giesen, bezeichnet die Brancheninitiative als „größtes Tierhaltungsförderprogramm der letzten 20 Jahre". Es würden erhebliche Finanzmittel für betriebliche Investitionen in den Tierschutz mobilisiert. Auch der Handel sieht sich in der Pflicht, für mehr Tierwohl entlang der gesamten Lieferkette zu sorgen. Ein von Aldi Süd präsentierter Leitfaden soll den Mitarbeitern ebenso wie den Geschäftspartnern als verbindlicher Handlungsrahmen dienen. Viele Punkte daraus werden schon umgesetzt und auch vom Unternehmen selbst oder von Dienstleistern kontrolliert. Der Discounter will damit gegen den Vorwurf angehen, seine günstigen Preise gingen auf Kosten der Tierschutzstandards.

Die 10 Fachmessen auf der Anuga

Anuga Fine Food (Hallen 1, 2.1., 3.1, 10.2, 11)

Anuga Frozen Food (Halle 4.1, 4.2)

Anuga Meat (Hallen 5.2, 6, 9)

Anuga Chilled & Fresh Food (Halle 5.1)

Anuga Dairy (Halle 10.1)

Anuga Bread & Bakery, Hot Beverages (Hallen 2.2, 3.2)

Anuga Drinks (Hallen 7, 8)

Anuga Organic (Halle 5.1)

Anuga FoodService (Halle 7)

Anuga RetailTec (Halle 7)

www.anuga.de

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