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Antibiotikaeinsatz in der belgischen Nutztierhaltung deutlich rückläufig

Die Antibiotikaresistenz in der Nutztierhaltung stellt weltweit eine enorme Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund hatte das belgische Wissenszentrum „Surveillance of Antibiotic Consumption“ (AMCRA) drei ambitionierte Ziele zur Reduzierung des therapeutischen Antibiotikaeinsatzes in der belgischen Nutztierhaltung gesetzt.

Hiernach ist die 2014 von AMCRA definierte Strategie “Vision 2020“ gerichtet auf:

1. Die Reduzierung des gesamten Antibiotikaeinsatzes um 50 Prozent bis Ende 2020.

2. Die Reduzierung des Einsatzes sogenannter kritischer Antibiotika um 75 Prozent bis Ende 2020.

3. Die Halbierung des Einsatzes von Futtermitteln mit Antibiotikazusatz bis Ende 2017.

Diese Ziele werden zudem von den föderalen Behörden und allen Branchenpartnern unterstützt.

Rekordergebnis bei der Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes

Die Mehrzahl der Ergebnisse ist äußerst positiv. So wurden inzwischen bereits zwei der drei für 2020 gesteckten Ziele realisiert. Laut AMCRA wurde der gesamte Antibiotikaeinsatz im Vergleich zum Vorjahr um 12,8

Prozent reduziert; gegenüber 2017 wurden sogar 35,4 Prozent weniger Antibiotika eingesetzt. „Im Vergleich zu 2011 sehen wir insgesamt eine Reduzierung des antimikrobiellen Therapeutikums um 79,1 Prozent. Damit wird die für 2020 anvisierte Reduzierung um 75 Prozent deutlich übertroffen. Auch die Verwendung der mit Antibiotika angereicherten Futtermittel ist stark rückläufig. Von 2011 bis 2018 wurde hier eine Reduzierung um 69,8 Prozent erzielt“, so die AMCRA-Koordinatorin Dr. Fabiana Dal Pozzo.

2018 wurde der Antibiotikaeinsatz erstmals separat nach Branchen registriert. So wurden die Daten in der individuellen Nutztierhaltung von Schweinen, Fleischkälbern, Brathähnchen und Legehennen erfasst. Dank des Benchmarksystems konnte AMCRA konkludieren, dass der Antibiotikaeinsatz in der Schweinebranche reduziert wurde. Dies wird zugleich anhand der Daten, die seit 2014 im „AB Register“ aufgezeichnet werden, untermauert. „Wie die Schweinebranche bereits bewiesen hat, führt das Benchmarking dazu, die Sensibilisierung in puncto Antibiotika sowohl bei den Nutztierhaltern als auch den Tierärzten weiter voranzutreiben. Dies wird sich positiv auf die weitere Reduzierung des gesamten Antibiotikaeinsatzes auswirken“, so Dal Pozzo.

Erste Erfolge im Kampf gegen die Antibiotikaresistenz

„Dank des rückläufigen Einsatzes kritisch wichtiger Antibiotika stellen wir bereits eine deutliche Reduzierung der Resistenz gegen Antibiotika fest. Die Resistenz gegen frequent eingesetzte Antibiotika verharrt dagegen noch auf dem Niveau von 2011. Das unterstreicht nochmals, dass hier ein starker Einsatz der Branche gefordert ist. Dennoch ist es vielversprechend, dass die Zusammenarbeit zwischen AMCRA, den Behörden und allen anderen betroffenen Organisationen zu konkreten und erfolgreichen Ergebnissen führt. Das dürfte allen betroffenen Parteien, die sich für einen reduzierten und nachhaltigen Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung im Kampf gegen die Antibiotikaresistenz engagieren, einen Motivationsschub verleihen“, schlussfolgert Dal Pozzo.

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