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Altbewährtes und Kurioses aus deutschen Landen

Deutschlands Küche ist abwechslungsreich und jede Region hat ihre Spezialitäten. Die enorme Vielfalt und die regionalen Unterschiede lassen sich historisch erklären: Während England und Frankreich im späten Mittelalter zu mächtigen Zentralstaaten wurden, zerfiel das Deutsche Reich in hunderte kleine, faktisch selbstständige Herrschaften.

So kochte jedes Gebiet sein eigenes Süppchen, und erst viel später, mit dem 1871 neu gegründeten Kaiserreich, kam es zur Ausbildung einer in Ansätzen einheitlichen „gutbürgerlichen“ deutschen Küche. Diese bekam zwar in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend Konkurrenz durch neue und exotische Speisen aus aller Welt, doch schätzen gerade in jüngster Zeit viele Menschen wieder das Bekannte und Bewährte und lernen dennoch immer wieder Neues kennen, zum Beispiel aus Deutschland Mitte.

Dass etwa in Deutschlands Mitte die legendäre Thüringer Rostbratwurst eine große Rolle spielt, ist bekannt. Aber wer kennt schon Thüringer Leberwurst, Thüringer Rotwurst und Greußener Salami? Die Acker-„Puffbohne“, die den Einwohnern der Landeshauptstadt Erfurt einen Spitznamen einbrachte und sogar zum Maskottchen wurde, gehört ebenso zu den Kuriositäten wie der „Thüringer Weihrauch“, den es nicht in der Kirche gibt.

Die Sachsen halten besonders ihre „Gaffe- und Guchn“-Tradition hoch, die sich durch eine Kaffeekultur auf hohem Niveau und phantasievolle Backwerke auszeichnet, schätzen aber auch die Kartoffel in zahlreichen Variationen bis hin zum süßen Quarkkeulchen.

Franken bietet neben Nürnberger Rostbratwurst, Nürnberger Lebkuchen, Wein und Bier auch Fisch: den Aischgründer Karpfen, den Mönche im Mittelalter als Fastenspeise züchteten und der heute als Spezialität gilt. Was es mit „Geschnittenem Hasn“ auf sich hat, und viele weitere Hintergrundinfos über die deutschen Landesküchen, ist in der ersten Sonderausgabe der Fachzeitschrift „Ernährung im Fokus“ des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) nachzulesen.

Ruth Rösch, www.bzfe.de

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