Branche -

Abonnent des Monats: Landmetzgerei Hornung, Lautertal-Reichenbach

Seit 30 Jahren ist Gunther Hornung Metzger mit Leidenschaft in Lautertal-Reichenbach im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Gemeinsam mit fünf Mitarbeitern bietet er beste Qualität und preisgekrönte und vielbeachtete Eigenkreationen. Die Spezialitäten, unter anderem Rohwurst und Schinken, locken viele Kunden an, die nicht selten eine Fahrzeit von mehr als 30 Kilometer auf sich nehmen. Die Qualität seiner Produkte beginnt für den Metzgermeister bereits bei der artgerechten Haltung und Fütterung: „Wir wissen, wer unsere Tiere züchtet, füttert und schlachtet, das sichert gleichbleibende Ergebnisse“, sagt Hornung.

In Sachen Werbung setzt der Odenwälder auf die Weiterempfehlung seiner Kunden. Das Geschäft brummt – auch ohne Aktionen via Internet oder in den sozialen Netzwerken. Während der Corona-Pandemie verzeichnete die Landmetzgerei einen wöchentlichen Zuwachs von bis zu 50 Prozent. Vom Geschäftsfeld Partyservice hatte sich Hornung indes bereits vor einiger Zeit verabschiedet: „Die Konkurrenz, auch in der Gastronomie, ist groß und wir wollten unsere Qualität nicht unter Wert verkaufen. Mit Blick auf die Corona-Situation war das die richtige Entscheidung“, so Hornung.

Der Handwerksmeister besitzt keinen Fernseher, zum Filme schauen fehlt ihm die Zeit. Er ist Obermeister der Fleischerinnung Bergstraße und engagiert sich als erster Vorsitzender des Kleintierzüchtervereins. Viel Energie fließt auch in seinen Oldtimer, einen Hanomag Traktor. Die Zeit vor dem Schlafengehen nutzt er zum Lesen von Die Fleischerei. Er hat alle Ausgaben archiviert und interessiert sich aktuell für neueste Entwicklungen, Technik und Ernährungstrends.

Trotz Pandemie zieht Gunther Hornung für das vergangene Jahr eine positive Bilanz. Das liegt auch an Fabian Schüttler. Mit ihm gewann die Metzgerei nicht nur einen Pokal, sondern einen kompetenten und motivierten Auszubildenden.

Fabian Schüttler ist das Patenkind von Gunther Hornung. Dass er einmal bei seinem Onkel lernen würde, war zunächst nicht absehbar. Nach der Mittleren Reife begann Schüttler eine Lehre als Landwirt, die er 2016 erfolgreich beendete. Bei dieser Ausbildung ist es üblich, den Lehrbetrieb in jedem Jahr zu wechseln, so lernte er drei verschiedene Betriebe mit unterschiedlichen Ausrichtungen (Schweinezucht, Ackerbau, Sonderkulturen) kennen. Die Zeit bis zum Start der Technikerschule nutzte er für Praktika in einer Schweinebesamungsanstalt, in der elterlichen Landwirtschaft und in der Metzgerei seines Onkels.

Im Juli 2020 beendete Fabian Schüttler die Technikerschule als Betriebswirt der Fachrichtung Agrarwirtschaft. Gleichzeitig hatte er die Fachhochschulreife und die Ausbildereignungsprüfung in der Tasche. Während des Praktikums in der Metzgerei entdeckte er seine Leidenschaft für das Wursten, deshalb entschied er sich im Herbst letzten Jahres für eine Metzgerlehre. Seine Vorkenntnisse beförderten ihn gleich ins zweite Lehrjahr. Seither ist er eine große Stütze für den Handwerksbetrieb. „Wir kommen gut miteinander aus. Fabians Pfefferbeißer haben bei einem Wettbewerb in Nordrhein-Westfalen schon Gold und einen Pokal gewonnen,“ sagt Gunther Hornung stolz. Fabian Schüttler hingegen schätzt die Zeit, die sein Onkel für die Ausbildung verwendet: „Ich bin hier keine billige Arbeitskraft, ich kann meine Ideen einbringen und lerne jeden Tag etwas Neues.“

Der junge Mann ist überzeugt, dass er von der Kombination seiner Ausbildungen profitiert: „Das gegenseitige Verständnis von Landwirt und Metzger ist wichtig und vereint sich bei mir sogar in einer Person. Metzger ist ein tolles Handwerk und ich möchte den Weg meiner Lebensmittel von der Zucht bis zur Wurst auch in Zukunft in Eigenregie begleiten,“ so Schüttler.

Weil keine Seminare oder Messen stattfinden, liefert Die Fleischerei auch Fabian Schüttler wichtige Informationen über aktuelle Trends und Technik. Bei der Frage nach seinem Leibgereicht muss er überlegen. „Ich esse eigentlich vieles und gerne aber besonders schmeckt mir Krustenbraten mit Kartoffelknödeln“, sagt Schüttler. Bei Gunther Hornung kommt die Antwort prompt. Sein Leibgericht sind geschmorte Rinderbäckchen in Rotweinsoße mit Semmelknödel.

© fleischerei.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten