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Abonnent des Monats: Genussmanufaktur Erb, Schwanau

Am 1. Januar 2019 übernahmen die Zwillingsbrüder Hannes und Steffen Erb in vierter Generation die 1933 gegründete Metzgerei von ihren Eltern Walter und Marliese Erb. Vor der Betriebsübernahme eigneten sich die Brüder ein umfangreiches Grundlagenwissen an. Hannes durch ein BWL-Studium und Steffen durch ein Food-Management-Studium sowie durch die Mitarbeit in verschiedenen Metzgereien. Er arbeitete unter anderem zwei Jahre in Vancouver in Kanada und eignete sich dort ein großes Wissen über Kochschinkenspezialitäten an.

Die Eltern Walter und Marliese arbeiten noch täglich im Betrieb mit, die Zusammenarbeit der beiden Generationen funktioniert reibungslos. Man profitiert voneinander, denn die große Erfahrung der Eltern wird durch neue Ideen der jungen Generation ergänzt.

Den Familienbetrieb zeichnet sein sehr angenehmes Betriebs­klima aus. Viele der 21 Mitarbeiter sind schon Jahrzehnte hier beschäftigt. Die meisten Produktionsmitarbeiter wurden im eigenen Betrieb ausgebildet und dann übernommen. In der Metzgerei arbeiten derzeit zwei Auszubildende, Filialen gibt es keine.

Ein besonderes Highlight der Metzgerei ist der „Erb-O-Mat“, der als erster Verkaufsautomat in der Ortenau schnell auch überregional bekannt wurde. Aus einem kleinen Automaten wurden schnell zwei große und die Nachfrage steigt stetig. Der Bedarf an vorverpackten Fleisch- und Wurstwaren hat in den letzten Jahren stark zugenommen, was auch an der SB-Theke im Laden zu beobachten ist.

Als eine der wenigen Metzgereien in der Region betreibt die Familie Erb noch eine eigene Schlachtung und weiß daher genau, woher das Fleisch stammt. „Wir pflegen einen engen Kontakt zu unseren langjährigen Landwirten und achten beim Fleisch auf eine hohe Qualität. Wir schlachten drei Mal pro Woche. Alle Produktionsschritte, von der Schlachtung bis zum fertigen Erzeugnis, finden unter einem Dach statt. Dadurch haben wir alle Parameter, die zu einer guten Fleischqualität beitragen, selbst in der Hand. Außerdem verarbeiten wir nur ganze Tiere ‚from nose to tail‘. Jedes Teilstück wird sauber zugeschnitten und verwertet.“

Bekannt ist die Metzgerei unter anderem für die Herstellung von elf edlen Sorten Salami, welche nach bewährten Familienrezepten hergestellt werden und im Naturreifeverfahren über mehrere Wochen im Klimaraum verbringen, bevor sie an die Kunden verkauft werden. Das Fleisch für die Salami stammt ausschließlich aus eigener Schlachtung und die Gewürze werden noch selbst gemischt.

Um auf die Zukunft gut vorbereitet zu sein und sich stets weiterzuentwickeln, hat das Thema Weiterbildung im Hause Erb einen hohen Stellenwert. So hat beispielsweise Steffen Erb in diesem Jahr die Fortbildung zum Gewürzsommelier erfolgreich absolviert. Das bestehende Sortiment soll nun bald um eigene, kreative Gewürzmischungen erweitert werden.

In der Freizeit engagieren sich Steffen Erb im Vorstand der Fleischerinnung und Hannes Erb im Vorstand des örtlichen Fußballvereins. Beide reisen sehr gerne, um möglichst viel von der Welt zu sehen und andere Länder und ihre Spezialitäten kennenzulernen.

„Die Fleischerei lesen wir regelmäßig, weil wir es als wichtig erachten, sich über die Themen des Fleischerhandwerks zu informieren und über die Entwicklungen der Branche Bescheid zu wissen. Die Fleischerei liefert essenzielle Informationen und aussagekräftige Statistiken, dadurch sind wir immer auf dem neusten Stand“, so die Brüder Erb, die das Fachmagazin meist Mittwochmittag lesen, weil da die Metzgerei geschlossen ist.

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