Neue Akkreditierungsbestimmungen für die Zertifizierung von Energiemanagementsystemen

Die DIN ISO 50003:2004 definiert Forderungen an Zertifizierungsorganisationen, die diese im Zertifizierungsprozess ab dem 14. Oktober 2017 umsetzen müssen.

Bild: Lloyd´s Register Deutschland GmbH
Beim Audit durch die Zertifizierungsgesellschaft muss der Auditor Nachweise zur energiebezogenen Leistung... mehr »

Daher sind Unternehmen, die bereits nach der ISO 50001 zertifiziert sind oder eine entsprechende Zertifizierung anstreben von einigen Forderungen betroffen. Alle bisher erteilten Zertifikate behalten aber auch nach dem 14. Oktober 2017 weiterhin ihre Gültigkeit.

Für Unternehmen ergeben sich insbesondere folgende zwei Auswirkungen der ISO 50003:

Verbesserung der Energetischen Leistung verpflichtend

Bei der Auditierung von Energiemanagementsystemen gem. ISO 50001 wird ein deutlicher Fokus auf Leistungsverbesserung gefordert. Schon bei Erstaudits muss wie auch bei Betreuungs- und Rezertifizierungsaudits als Bedingung für eine Zertifizierung die kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung („energy performance“) nachgewiesen werden.

Beim Audit durch die Zertifizierungsgesellschaft muss der Auditor Nachweise zur energiebezogenen Leistung sammeln und verifizieren. Nichtkonformitäten, die die Fähigkeit des Managementsystems beeinträchtigen, die beabsichtigten Ergebnisse zu erreichen (z.B. aufgrund fehlender Auditnachweise, dass eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung erreicht wurde), sind von der Zertifizierungsorganisation als Abweichung zu bewerten.

Neue Methode zur Kalkulation der Auditdauer

Die Dauer von Audits zur Zertifizierung von Energiemanagementsystemen gem. ISO 50001 basiert zukünftig stärker auf den unternehmensspezifischen Gegebenheiten, die die energetische Leistung beeinflussen. Die bislang gültige Kalkulationsvorgabe der DAkkS (Dokument 71 SD 6 022) tritt gleichzeitig außer Kraft. Im Grundsatz bestimmt sich die Dauer nach wie vor anhand der Mitarbeiteranzahl und der Komplexität.

Aufwandsmindernd und damit im Unterschied zur bisherigen Kalkulationsvorgabe werden bei der Anzahl der Mitarbeiter nur noch diejenigen berücksichtigt, die einen Einfluss auf die Energieeffizienz haben; Verwaltungs- oder Montagepersonal braucht hierbei in der Regel nicht berücksichtigt zu werden.

Die Komplexität des Energiemanagementsystems beruht auf dem jährlichen Gesamtenergieverbrauch, der Anzahl eingesetzter Energieträger sowie der Anzahl der wesentlichen operativen Prozesse des Unternehmens.

Neu ist nun ebenfalls, dass bei Multi-Site Organisationen die Auditdauer separat nach oben genannter Methode kalkuliert werden muss. Die Änderungen richten den Aufwand der Zertifizierung zukünftig deutlich stärker an der Energierelevanz des Unternehmens aus. Dies führt jedoch nicht grundsätzlich zu höheren Auditaufwänden. Allerdings haben die Änderungen zur Folge, dass LRQA zukünftig deutlich differenziertere Eingangsinformationen benötigt, um ein fundiertes Angebot für die Zertifizierung eines Energiemanagementsystems gem. ISO 50001 unterbreiten zu können.

www.Lrqa.de

 
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