Fleischerimbiss | 23.01.2017

Hülsenfrüchte: Kraftpakete für die Heiße Theke

Linsensuppe oder Erbspüree waren lange Zeit als Arme-Leute-Essen verpönt. Doch das ist mittlerweile Vergangenheit.

Bild: Rainer Sturm / www.pixelio.de
Der Eiweißgehalt von Hülsenfrüchten ist herausragend.

Ein ständig wachsendes Produktsortiment, neue Zubereitungsformen und raffinierte Rezepte haben Linsen, Erbsen und allen anderen Hülsenfrüchten den Weg in Haushalte und Gastronomie geebnet. Die gesundheitlichen Werte der Hülsenfrüchte haben dabei vielfach die Türöffner gespielt.

Die mehr oder weniger kleinen in einer Hülse gereiften Pflanzensamen sind wahre Kraftpakete. Sie versorgen den Körper mit reichlich Kohlenhydraten, wertvollen Ballast- und Mineralstoffen, sowie Vitaminen, allen voran B-Vitaminen. Herausragend ist allerdings der Eiweißgehalt der Hülsenfrüchte: In getrocknetem Zustand beträgt der Proteingehalt zwischen 20 und 35 Prozent. In verzehrfertigen Bohnen, Erbsen und Linsen liegt er immerhin noch bei fünf bis zehn Prozent. Das macht sie besonders für Vegetarier zu wichtigen Bausteinen in der täglichen Ernährung. Zwar lässt sich der Proteinbedarf nicht ausschließlich durch Hülsenfrüchte abdecken, da diese nicht alle essenziellen Aminosäuren enthalten. Doch in Kombination beispielsweise mit Getreide lässt sich dieser kleine Nachteil leicht beheben.

Eine Sonderrolle in mehrfacher Hinsicht nimmt die Sojabohne ein: Sie ist mit einem Proteingehalt von knapp 40 Prozent in getrocknetem Zustand eindeutiger Spitzenreiter unter den Hülsenfrüchten. Zugleich liefert sie im Gegensatz zu all ihren Verwandten auch Fett in nennenswertem Umfang, nämlich einen Fettanteil von 20 Prozent. Dessen Zusammensetzung ist mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und anderen mehrfach ungesättigten Fettsäuren besonders günstig. Das Fett macht sich allerdings auch im Kaloriengehalt bemerkbar. Mit rund 70 Kilokalorien pro 100 Gramm ist er etwa doppelt so hoch wie bei den übrigen Hülsenfrüchten.

In China wurde die Sojabohne bereits 2.800 vor Christus kultiviert. Doch erst im 17. und 18. Jahrhundert gelangte die Wärme liebende Pflanze über Indonesien, Indien und Nordafrika nach Europa und Amerika. Dort werden etwa drei Viertel aller Sojabohnen produziert.

Eva Neumann, www.aid.de

 
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