Wen interessiert das überhaupt?
Foto: you did/www.pixelio.de Sekt oder Selters – meist entscheidet der Geschmack über die Kaufentscheidung, nicht das Zutatenverzeichnis. Großes Bild

In der Praxis stellt sich durchaus die Frage, wen das überhaupt interessiert. Eine Nährwertkennzeichnung bezogen auf 100g oder 100ml eines Lebensmittels in einer Fertigpackung ist sicherlich sinnvoll und notwendig. Der eine oder andere liest das Zutatenverzeichnis und die Nährwertkennzeichnung eines Produktes, das er noch nicht kennt, bestimmt auch durch, aber doch nur, weil es ihn persönlich warum auch immer interessiert. Das scheint aber eher die Ausnahme zu sein, denn beim Einkauf fällt auf, dass das Zutatenverzeichnis die meisten Verbraucher nicht wirklich interessiert.

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Was da in Brüssel und Berlin für uns entschieden wird und was die Lobbyisten je nach politischer Einstellung über den grünen Klee loben oder mit Dreck beschmeißen, findet außerhalb der Lobby und der Politik häufig kaum Beachtung. Fällt die Kaufentscheidung für die meisten Lebensmittel nicht einfach nach dem Prinzip: das schmeckt mir, das ist günstig, das kauf ich!?.

Es ist bekannt, dass Vegetarier weniger an Übergewicht leiden und weniger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Nicht-Vegetarier. Das liegt jedoch in der Regel schlicht daran, dass sich Vegetarier viel bewusster ernähren und sich über ihre Ernährung wirklich Gedanken machen (müssen). Würde die Nachfrage nach natürlichen, wenig verarbeiteten Lebensmitteln in Deutschland plötzlich steigen, würde der vielgescholtene Handel diesen Trend als Erster bedienen. Auch wenn mittlerweile die meisten Verbraucher begriffen haben, dass süße Limonade dick macht, wollen sie deshalb aber noch lange nicht nur Leitungswasser trinken.