Auf der diesjährigen Kulmbacher Woche vom 4. - 5. Mai 2010 im Max-Rubner-Institut wurden in einem Vortrag von Frau Verena Böhm aus einer Arbeitsgruppe um Dr. Manfred Gareis die Ergebnisse einer Untersuchung zur Häufigkeit des Vorkommens von Clostridium estertheticum erläutert.
Der Verderb durch Clostridium estertheticum äußert sich durch aufgeblähte Vakuumpackungen mit intensivem und unangenehmen Gerüchen. Vor allem auch bei Packungen, bei denen die Kühlkette zu keiner Zeit unterbrochen war. Die Erreger können vakuumverpacktes Rindfleisch innerhalb weniger Wochen verderben, selbst bei Temperaturen bis knapp unter den Gefrierpunkt.
Da es bislang im deutschsprachigen Raum kaum gesicherte Untersuchungen über die Verbreitung und das Vorkommen dieser Keime gab, wurden von der Arbeitsgruppe verschiedene Verdachtsproben und willkürlich ausgewählte Proben aus dem Handel auf Clostridium estertheticum untersucht - mit erschreckendem Ergebnis.
In 88 Prozent der untersuchten Rindfleischpackungen wurden Sporen von Clostridium estertheticum nachgewiesen. Lediglich 12 Prozent der Proben wurden negativ getestet. Des Weiteren wurden auch Wildfleisch, Lamm-, Puten- und Schweinefleisch auf das Bakterium untersucht. Auch hier ergaben die Untersuchen in mehr als der Hälfte der untersuchten Proben einen positiven Befund.
Die Ergebnisse legen den Vermutung nahe, dass die Belastung von vakuumverpacktem Rindfleisch mit Clostridium estertheticum weitaus größer ist als bisher angenommen und dass diese Verderbsproblematik mittlerweile kein ausschließliches Problem von Rindfleisch exportierenden Ländern wie etwa Brasilien, Neuseeland oder den Vereinigten Staaten mehr ist, sondern Deutschland und Europa in weiten Bereichen bereits erfasst hat. Darüber hinaus belegen die Untersuchungen, dass „Blown Packs“ nicht nur bei vakuumiertem Rindfleisch auftreten können.