Etwas Ähnliches wird sich sehr wahrscheinlich auch bei anderen Nutztieren entwickeln. Für Fleischer-Fachgeschäfte liegt hier ein Marktpotenzial, das zukünftig immer stärkere Bedeutung erlangen wird. Fleischereien sollten daher schon heute auf diesen Trend reagieren und sich mit passenden Angeboten im Markt positionieren.

Tierschutzorganisationen und Massenmedien stehen den Methoden der modernen Tierzucht und Nutztierhaltung sehr kritisch gegenüber. Wer sich heute schon glaubhaft von Massenproduktion distanziert, auf ethisch vertretbare Zucht- und Haltungsbedingungen setzt und das dem Kunden gegenüber auch kommuniziert, kann damit mit Sicherheit in Zukunft beim Verbraucher punkten.

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Warum sollte sich die Bereitschaft des Konsumenten, für Freilandhaltung einen etwas höheren Kaufpreis zu zahlen, alleine auf Eier beschränken? Die Hühner, Gänse, Kaninchen, Schweine und Rinder können ebenso aus entsprechend artgerechter Haltung stammen und auch so vermarktet werden. Je nach Wohnort können auch regionale Besonderheiten ein wichtiges Marketinginstrument sein. Wenn Fleischwaren etwa mit dem Hinweis angeboten werden, dass sie vom Schwein von der Heidewiese oder vom Rind von der Alm stammen, dann vermittelt das dem Verbraucher eine artgerechte Lebensweise der Tiere.

Die Bauernhofidylle des Sontagsspazierganges lässt sich mit relativ geringem Aufwand besonders im kleinen Maßstab ausnutzen. Ist der entsprechende Ruf erst einmal etabliert, ist die Fleischerei ziemlich gut gewappnet gegen den nächsten Fleischskandal, von dem wir nur noch nicht wissen, wann und von wo er kommt. Dass er kommen wird, ist gewiss, daran kann es wohl keinen ernsthaften Zweifel geben.

Die Verbraucher entfernen sich gedanklich immer weiter von ihren Lebensmitteln, da nur noch die wenigsten direkt mit der Herstellung vertraut sind. Dazu entwickelt sich eine ethische Grundhaltung gegenüber den Nutztieren, die durch die zunehmende Entfremdung nicht mehr mit Nahrung in Zusammenhang gebracht werden. Wir müssen also damit rechnen, dass die Kunden in Zukunft deutlich kritischer einkaufen werden und solche Produkte bevorzugen, die sie leichter mit ihrem Gewissen vereinbaren können.