Auch wenn wir Fleischer nicht wirklich viel mit den Musketieren gemein haben, so können wir doch von deren Grundprinzip einiges lernen. Ziel dabei ist es, mit Kollegen zu kooperieren und dadurch eine win-win-Situation zu schaffen. Das ist genau die Idee, für die sich der Landesinnungsverband Baden-Württemberg des Fleischerhandwerks mit der Kollegenbörse traditionell auf der Süffa stark macht.
Woche für Woche ein Vollsortiment herzustellen, ist aufwendig und kostenintensiv. Jedoch honorieren die Verbraucher die handwerkliche Qualität und wünschen individuelle Produkte von hoher Wertigkeit. Was spricht also dagegen, sich mit anderen Kollegen zusammen zu tun und sich gegenseitig beliefern? Das spart zum Einen viel Zeit, weil die häufigen Produktwechsel eben sehr zeitaufwendig sind. Und senkt zum anderen die Kosten, da außerdem die Vorräte und Ausstattung deutlich reduziert werden können. Wie sich Zeitersparnis und Kostenreduktion auf den Betriebsertrag auswirken, bedarf keiner weiteren hellseherischen Fähigkeiten.
Die „Geteilte Produktion“ ist auf vielerlei Arten vorstellbar und dabei längst nicht auf nur zwei Betriebe begrenzt. Es wäre durchaus auch möglich, dass sich zum Beispiel innerhalb einer Innung mehrere Betriebe zusammen finden und sich gegenseitig mit Produkten beliefern. So ist keiner mehr gezwungen, das ganze Sortiment selbst herzustellen, und das Angebot kann gleichwohl ausgeweitet werden. Auch, wenn es eine Binsenweisheit ist, ist viel Wahres an der Erkenntnis: „Gemeinsam sind wir stark“. Auf diese Weise können sich Fleischer im immer schärfer werdenden Wettbewerb gegen industrielle Produkte behaupten und auf den steigenden Kostendruck reagieren.