CO2-Fußabdruck für Schweinefleisch
Foto: Westfleisch eG 1 kg Schweinefleisch von Westfleisch belastet die Umwelt mit 3,2 kg CO2-Äquivalenten in etwa so stark wie der Konsum von 40 Tassen Kaffee, 35 Stunden Fernsehen (mittlere Bildschirmgröße) oder 20 km Autofahrt mit einem Mittelklassewagen. Großes Bild

Nachhaltigkeit ist für die Westfleisch eG, dem drittgrößten Fleischvermarkter in Deutschland, kein Modewort, sondern gelebtes Leitbild aus Verantwortung gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft, den Kunden und den Mitarbeitern. Nun hat Westfleisch nach eigenen Angaben als erstes deutsches Fleischunternehmen als Teilbereich eines zukünftig umfassenden Nachhaltigkeitsberichtes und im Rahmen einer Ökobilanz eine systematische CO2-Bilanz (Carbon Footprint) für die gesamte Schweinefleischproduktion fertiggestellt. Darin werden alle Treibhausgase der Schweineproduktion von der Erzeugung der Ferkel, der Mast der Schlachtschweine bis zum Fleischverkauf nachvollziehbar und überprüfbar erfasst und ausgewertet. Betrachtet wurden dabei die fünf Fleischcenter-Standorte des Unternehmens, vor allem aber die westfälischen Landwirte mit ihrem heimischen Futterbau und ihrer Schweinehaltung.

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Basis dieser umfassenden CO2-Bilanz ist die DIN ISO 14040. Sie legt fest, wie die systematische Analyse von Umweltwirkungen von geschlossenen Produktionsprozessen zu erfolgen hat. Die Ermittlung der Daten erstreckt sich dabei auf den gesamten Lebensweg eines Produktes. Westfleisch hat sich für die Erarbeitung der Ökobilanz die Expertise der BASF SE aus Ludwigshafen gesichert, die mit über 400 Ökoeffizienz-Analysen einen großen Erfahrungsschatz mitbringt.

Westfleisch konnte sich auch auf die Zuarbeit von Experten der Landwirtschaftskammer NRW sowie der Agravis AG aus Münster als Futtermittelhersteller stützen. Beide trugen umfangreiches Datenmaterial zur Beurteilung der Schweinefleischerzeugung bezüglich der Futterzusammensetzung und -beschaffung, aber auch Produktionsdaten zu Aufzucht und Mast der Schweine beim Landwirt bei. Zu unterscheiden war dabei nach den direkten Emissionen der eigenen Unternehmensstandorte (Scope 1) und den indirekten Emissionen (Scopes 2 und 3) aus vor- und nachgelagerten Bereichen wie der Schweinemast oder der Fleischverarbeitung, dem Transport bis zur Fleischtheke oder der Entsorgung von Restmüll, Abfallstoffen und Verpackungsmaterialien. Westfleisch hat auf über 50 verschiedenen Erhebungsbögen Originaldaten pro Standort erfasst. Die regionale Datenbasis wurde mit Hilfe von verfügbaren Datenbanken eingeordnet und in Berechnungsmodelle der Ökoeffizienz-Aanalyse-Gruppe der BASF SE eingesetzt. Das erarbeitete Ergebnis wurde Mitte Januar mit einem externen Prüfbericht durch die renommierte SGS gewürdigt und gilt seitdem in der Ökobilanz als „third party audited“.

Die Carbon Footprints zeigen, dass Westfleisch jährlich insgesamt 1,83 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in der Schweinefleischproduktion emittiert. Der Anteil der Tierproduktion (Aufzucht und Mast) bildet im Vergleich zu den Produktionsschritten im Schlacht- und Zerlegebetrieb den entscheidenden Einfluss der landwirtschaftlichen Produktion ab. Der Carbon Footprint je Kilogramm erzeugtem Schweinefleisch liegt bei Westfleisch bei 3,2 kg CO2-Äquivalent.

Im Vergleich zeigt sich: Die Herstellung von 1 kg Schweinefleisch bei Westfleisch belastet die Umwelt in etwa so stark wie der Konsum von 40 Tassen Kaffee, 35 Stunden Fernsehen (mittlere Bildschirmgröße) oder 20 km Autofahrt mit einem Mittelklassewagen. Damit wird die Fahrt des Endverbrauchers ob mit Auto oder Fahrrad bei einer Entfernung von gut 10 km zum nächsten Supermarkt mit einem gut sortierten Frischfleischangebot die vielleicht wichtigste Verhaltensentscheidung beim Einkauf einer Fleischportion für eine mehrköpfige Familie.

Für Westfleisch ist der Carbon Footprint elementarer Bestandteil eines umfassenden Nachhaltigkeitsberichtes nach den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Auf diese Weise werden nachprüfbar Status quo, Defizite, aber auch Verbesserungen in Sachen Umweltschutz, Sozialstandards und gesellschaftlicher Verantwortung belegt. So zeigt die Analyse auch, dass sich beispielsweise Strom- und Erdgasverbräuche weiter vermindern lassen, Schlachtabfälle besser zu nutzen sind oder das Verpackungsmaterial weiter optimiert werden kann. Westfleisch möchte durch die Qualitätspartnerschaft mit den Landwirten die Emissionen auf den landwirtschaftlichen Betrieben weiter optimieren.